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München
Flüchtlinge

Polizei räumt Asylbewerber-Camp nach gescheitertem Vermittlungsversuch

Das Camp der hungerstreikenden Flüchtlinge in München hat die Polizei am frühen Sonntagmorgen auf Anordnung der Stadt geräumt. Mehrere der rund 50 Asylbewerber, die seit Tagen nichts mehr gegessen und getrunken hatten, wurden in Krankenhäuser gebracht, sagte ein Polizeisprecher auf epd-Anfrage.
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Polizisten räumen am Sonntag in München ein Zeltlager, in dem zuvor rund 50 Asylbewerber einen Hungerstreik abhielten. Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch hat die Polizei in den frühen Morgenstunden den Platz geräumt. Foto: Inga Kjer/dpa
Polizisten räumen am Sonntag in München ein Zeltlager, in dem zuvor rund 50 Asylbewerber einen Hungerstreik abhielten. Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch hat die Polizei in den frühen Morgenstunden den Platz geräumt. Foto: Inga Kjer/dpa
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Zahlreiche Beamte seien bei der Räumung im Einsatz gewesen. Die Flüchtlinge hatten mit ihrem Hunger- und Trinkstreik für ihre Anerkennung ihre Asylanträge protestiert.

Am späten Samstagabend waren Vermittlungsversuche zwischen den Behörden und den Asylbewerbern gescheitert. Der frühere SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel und der ehemalige bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU) war es in Gesprächen mit den Flüchtlingen nicht gelungen, die verhärteten Fronten zu entschärfen.
"Wir gehen bedrückt weg, weil wir sehen, dass die Gefahren für diese Menschen dadurch wachsen", sagte Glück, der heute Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist.

Vogel erklärte, die 49 Demonstranten beharrten auf ihrer Forderung nach einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis. Diese Forderung sei in 48 Stunden nicht zu erfüllen. Solange schätze er die maximal verbleibende "Lebensfrist" der Streikenden ein.

Der Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrates, Alexander Thal, dagegen sagte am Sonntag dem epd, die Vermittler hätten versucht, den Streik ohne Entgegenkommen zu beenden. Seit Samstag vergangener Woche demonstrieren die Asylsuchenden mit einem Hungerstreik in der Innenstadt, seit Dienstag verzichten sie auch aufs Trinken. Seither waren mehr als 35 Flüchtlinge kollabiert. Sie stammen vor allem aus dem Iran, Afghanistan, Äthiopien, Syrien und Sierra Leone. dpa
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