Umzingelt von Vertreterinnen führender Frauenverbände sitzt Peer Steinbrück vor einem Strauß von Mikrofonen und zählt auf, was er alles für die Frauen tun will, wenn er gewählt wird: Gesetzliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte, Entgeltgleichheitsgesetz binnen 100 Tagen, gesetzlicher Mindestlohn... So ziemlich alle Forderungen der Frauen will der SPD-Kanzlerkandidat im Fall eines Wahlsieges "ohne schuldhaftes Zögern" erfüllen. Aber während er das sagt, klingt seine Stimme monoton, und sein Blick ist starr geradeaus gerichtet.

Wie tief die Überzeugung bei ihm gehe, sei deshalb schwer auszumachen, sagt eine der Frauen im Anschluss, und außerdem: "Er ist ja auch ein Mann." Da brenne er natürlich nicht so dafür. Aber ob nun aus Kalkül oder Leidenschaft: Versprochen sei versprochen.