• Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft stark geschwächt
  • Um die finanziellen Schäden auszugleichen, sei das Anheben des Rentenbeitrittsalters denkbar
  • Wirtschaftsforschungsinstitute fordern eine Altersgrenze von 69 Jahre

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute raten angesichts der in der Corona-Krise steigenden Staatsschulden und der alternden Bevölkerung zu einem höheren Rentenalter in Deutschland. Es werde eine Herausforderung, die Staatsfinanzen nach der Pandemie wieder auf eine solide Basis zu stellen, heißt es in der am Donnerstag (15. April 2020) vorgelegten Frühjahrsprognose. Vor allem die perspektivisch steigenden Ausgaben für die Rentenversicherung spielten dabei eine große Rolle. Bislang liegt das Renteneintrittsalter bei 67 Jahre. In ihrer "Gemeinschaftsdiagnose" schlagen die Wirtschaftsunternehmen eine Erhöhung des Eintrittsalters auf 69 Jahre vor. 

Rentenalter soll erhöht werden: Das fordern führende Wirtschaftsinstitute

Die Corona-Krise hinterlässt laut der Prognose deutliche Spuren in der Wirtschaft und trifft diese wegen der dritten Infektionswelle härter als noch im Herbst angenommen. Die Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass die wirtschaftliche Lage noch bis zum Ende des Lockdowns vor allem im Dienstleistungssektor schwierig bleibt. Eine Lockerung der Maßnahmen sei erst gegen Mitte des Jahres zu erwarten. Dann werde sich das wirtschaftliche Geschehen nach und nach wieder normalisieren.

Hinzu kommt das demografische Problem Deutschlands: Immer mehr Menschen gehen in Rente, zu wenig Menschen kommen auf dem Arbeitsmarkt nach. In den kommenden Jahren werden wohl die geburtenstärksten Jahrgänge das Rentenalter erreichen. Wie fr.de berichtet, sollen künftig pro Jahr etwa 400.000 mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen als nachrücken.

Wirtschaftsinstitute: Renteneintrittsalter mit 69 Jahre

"Nach der Bewältigung der Corona-Krise wird die Wirtschaftspolitik vor der Herausforderung stehen, die Staatsfinanzen wieder auf eine solide Basis zu stellen.“ Dabei müsse man angesichts der Demografie vor allem die Rentenversicherung in den Blick nehmen, heißte es in der "Gemeinschaftsdiagnose". Dieser Problematik könne man mit dem Anheben des Renteneintrittsalters entgegenwirken. Dies sei auch vereinbar mit der Balance aus Familie Beruf und Kinderbetreuung. Das Anheben wäre "angesichts der steigenden Lebenserwartungen und Vitalität" in jedem Fall "sinnvoll".  

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„Es würde das Arbeitskräftepotenzial stärken, wenn die Menschen ein Stück weit länger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und es würde auf der Ausgabenseite der Rentenversicherung wirken“, zitiert n-tv.de Oliver Holtemöller, den Vizepräsidenten des Instituts für Wirtschafsforschung Halle (IWH), bei der Vorstellung der Studie.

Auch wenn das Rentenbeitrittsalter momentan noch bei 67 Jahre liegt, ist es schon jetzt möglich auch mit 63 in Rente zu gehen. Wie die "Frührente" funktioniert, erfahren Sie hier.

aa/dpa