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Berlin
Politik

Spott für FDP-Video: Clip gegen Rechtsextremismus geht nach hinten los

Für hitzige Diskussionen sorgt derzeit ein FDP-Spot. Das Video soll gegen Rechtsextremisten und für eine bessere Bildungspolitik werben - beinhaltet aber auch einige ungewollte Botschaften.
 
Auf die negativen Reaktionen im Netz würde  der FDP-Vorsitzende Christian Lindner wohl gerne verzichten. Ein aktuelles Video seiner Partei sorgt momentan für Aufsehen. Foto: Wolfgang Kumm , dpa
Auf die negativen Reaktionen im Netz würde der FDP-Vorsitzende Christian Lindner wohl gerne verzichten. Ein aktuelles Video seiner Partei sorgt momentan für Aufsehen. Foto: Wolfgang Kumm , dpa

Am Donnerstag (24. Oktober 2019) veröffentlichte die FDP einen neuen Werbespot. Dabei soll die Kernbotschaft "Nie war Bildung wichtiger als heute" vermittelt werden. Allerdings wird die Art und Weise der Darstellung besonders im Internet heftig kritisiert.

Verschiedene Sichtweisen: Unterstützt FDP-Werbeclip Rechtsextremismus?

Mit der Aktion #Orthograffiti will sich die FDP eigentlich für Bildungspolitik einsetzen. Das einminütige Video zeigt verschiedene Sequenzen, in denen grammatikalisch falsch geschriebene Graffitis mit Sprühfarbe korrigiert werden. Das besondere an den Wandmalereien: Alle Ausdrücke sind rechtsextrem oder diskriminierend.

Rechtsextreme Graffitis - verbessert anstatt entfernt

In dem Video ändert der Protagonist zum Beispiel bei der Aussage "Sieg Hail" an einer Betonwand das a zu einem e. Bei dem Ausdruck "Scheiss Asilanten" verbessert er das i zu einem y. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken ließen nicht lange auf sich warten: Werden diese Aussagen toleriert, solange sie richtig geschrieben sind?

Nutzer in sozialen Netzwerken fassungslos

Viele Nutzer sind mit der Darstellungsweise des Videos unzufrieden. So fragt etwa der User Quentin Lichtblau auf Twitter: "'Sieg Heil' ist voll okay, aber bitte schreib' es richtig?'"

Diese Meinung teilen auch andere Nutzer. Einige gehen sogar noch weiter : Sie unterstellen der FDP, dass diese mit dem Spot Rechtsextremismus bewirbt.

FDP auf Shitstorm nicht vorbereitet

Gewollt war eine solche Reaktion wohl kaum. Mit dem Videoclip wollte die FDP eigentlich auf eine bessere Bildungspolitik hinweisen. So heißt es am Ende des Videos: "Mit guter Bildung wollen wir auch dafür sorgen, dass menschenverachtendes Graffiti, wie die im Film gezeigten, endlich aus unseren Städten verschwinden." Aufgrund der hohen negativen Resonanz der Social-Media-Nutzer ist diese Aussage wohl anders aufgefasst worden.