Viele sehen ihn als den nächsten Kanzler, andere lachen nur über die Corona-Pannen seiner Regierung: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steht aktuell regelmäßig im Rampenlicht. Er ist ein gefragter Mann und zurzeit ein gern gesehener Gast in Talkshows.

Am Sonntagabend hat er sich gegenüber Bild ausführlich zu den Plänen der Bundesregierung, die eine Aufnahme von bis zu 150 unbegleiteter Minderjähriger vorsehen, geäußert. Außerdem wies der CSU-Chef jede Kritik an Bayerns Teststrategie zurück und verglich diese sogar mit dem FC Bayern. Diese und andere Aussagen im Überblick.

Söder: "Bund soll Anteil der Migranten aufstocken"

CSU-Chef Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, mehr Migranten aus dem abgebrannten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen als bislang geplant. Es sei «für Deutschland machbar, da noch einen deutlich höheren Anteil aufzunehmen», sagte er der «Bild». Der Bund solle aus seiner Sicht «den Anteil, den man da hat, nochmal substanziell aufstocken». Was substanziell heißt, wollte er auf Nachfrage nicht konkretisieren.

Deutschland hatte sich auf Bitten Griechenlands bislang bereiterklärt, 100 bis 150 unbegleitete Minderjährige aus Moria aufzunehmen, ebenso wie Frankreich. Die große Koalition ist im Umgang mit der Aufnahme uneins.

Die SPD fordert bereits für diesen Montag eine Zusage der Union, mehrere tausend Menschen nach Deutschland zu holen. Es sei eine «persönliche Christenpflicht, in einer solchen Not zu helfen», sagte Söder der «Bild». Aber man müsse alle möglichen Auswirkungen bedenken.

Probebetrieb bis Ende Oktober? Söder für Fans im Fußball-Stadion und Auto-Kaufprämie

CSU-Chef Markus Söder sieht Chancen für Bundesliga-Fußball vor Fans. «Ich bin zurückhaltend, aber ich sehe eine Chance, dass wir für einige Wochen eine Art Probebetrieb machen und Ende Oktober ein endgültiges Bild haben», sagte er der «Bild»-Zeitung am Sonntagabend. Die Entscheidung dazu solle in den kommenden Tagen fallen. Bayerns Ministerpräsident forderte aber strenge Auflagen, die an das jeweilige Stadion angepasst werden müssten. «Wie viele Zuschauer das pro Stadion sind, das muss man noch verhandeln.» In jedem Fall dürfe ein Öffnen der Stadien nicht die Öffnung von Schulen und Kitas gefährden. Die gehe vor, sagte Söder.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) glaubt weiter an Chancen für die von ihm angestrebte Auto-Kaufprämie zur Unterstützung der Automobil-Industrie in der Corona-Pandemie. «Ich glaube nicht, dass sie tot ist», sagte der CSU-Chef am Sonntagabend der «Bild» in einem Live-Interview. Jüngste Entscheidungen von Unternehmen übten inzwischen größeren Druck auf die Politik aus. In der vergangenen Woche hatte beispielsweise der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler angekündigt, bis Ende 2022 wegen der Krise in der Automobilindustrie 4400 weitere Stellen in Deutschland und Europa abzubauen.

Er verstehe nicht, warum ausländische Autobauer gefeiert würden, die einheimischen aber nicht, sagte Söder. Tesla-Gründer Elon Musk habe «für die Raumfahrt» Beeindruckendes geleistet. «Das ist sensationell und er ist auch eine beeindruckende Persönlichkeit. Aber bei den Autos können unsere locker mithalten.»

Söder vergleicht Freistaat Bayern mit FC Bayern: "Wenn die einmal Unentschieden spielen, dann..."

Nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird bei der Kritik an der Corona-Teststrategie im Freistaat ein besonders hoher Maßstab angelegt. «Der Freistaat Bayern wird wie der FC Bayern gesehen: Wenn die Bayern einmal Unentschieden spielen, ist das gleich eine absolute Katastrophe und alle diskutieren wochenlang, ob der Verein in einer Krise steckt», sagte Söder der «Augsburger Allgemeinen» (Montag).

«Kein Land testet so viel, so schnell und so günstig wie Bayern», verteidigte er die Corona-Strategie des Landes. Die Fehler dabei seien ärgerlich, könnten aber bei insgesamt mehr als drei Millionen Tests passieren. Wenn in anderen Bundesländern ähnliche Fehler passierten, sei das anscheinend bereits vorher eingepreist.

Die weiß-blauen Mund-Nase-Schutzmasken, die Söder seit Monaten trägt, werden unterdessen ein Fall fürs Museum. «Mittlerweile fragen Museen an, ob sie eine weiß-blaue Maske bekommen können», sagte er der Zeitung. Bereits getragene Masken gebe er aber nicht ab. «Es gibt nur frische Bayern-Masken», sagte der CSU-Chef.