Unbekannte haben vor dem Wahlkreisbüro von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Stralsund einen nachgebildeten Grabstein aufgestellt. Er trug die Inschrift "Pressefreiheit Meinungsfreiheit Bewegungsfreiheit Versammlungsfreiheit Demokratie 1990-2020", wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Der Stein war von Rosen und Grabkerzen umgeben, ein Mundschutz war an ihm befestigt. Die Hinweistafel zum Wahlkreisbüro wurde mit einem spitzen Gegenstand zerkratzt. Der Staatsschutz der Kripo Anklam ermittelt.

Grabstein vor Merkel-Büro - CDU-Politiker wettert: "Primitiv und geschmacklos"

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak verurteilte die Aktion als "primitiv und geschmacklos. Wir können in unserem Land über alles diskutieren. Aber einen Grabstein vor ein Wahlkreisbüro zu stellen, ist unsäglich und respektlos."

"Wer mit solchen Mitteln seine Meinung ausdrücken möchte, disqualifiziert sich selbst", erklärte Ziemiak am Freitagabend in Berlin. Womöglich steht die Tat in Zusammenhang mit den derzeit in Deutschland immer häufiger stattfindenden Protesten gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Kritiker werfen der Politik übertriebene Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus vor und monieren die Eingrenzung von Grundrechten. Auch an diesem Samstag (16. Mai) finden erneut Corona-Demos statt, unter anderem in Nürnberg.