Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist in den vergangenen Wochen massiv angestiegen. Kanzlerin Angela Merkel will daher bereits am Mittwoch (28.10.2020) mit den Länderchefs über eine stärkere Eindämmung des Virus beraten. Die Konferenz war ursprünglich für Freitag angesetzt.

Laut Informationen der Bild will das Kanzleramt in der Bund-Länder-Runde für weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben werben - eine Art "Lockdown Light". Auch Focus Online berichtet über einen "Wellenbrecher-Shutdown", der sehr weitgehende Einschränkungen umfasst. Welche Maßnahmen würden dabei auf uns zu kommen?

Will Merkel einen "Lockdown Light"? Diese Einschränkungen stehen zur Diskussion

Im Gegensatz zum Lockdown zu Beginn der Corona-Krise sollen die Schulen und Kindertagesstätten weitestgehend geöffnet bleiben, außer in Städten oder Landkreisen mit besonders hohen Infektionszahlen. Außerdem heißt es im Bericht der Bild, dass der Einzelhandel weiter offen bleiben soll - möglicherweise mit neuen Einschränkungen.

Vor allem in der Gastronomie und bei Veranstaltungen wolle das Kanzleramt hart vorgehen: Restaurants und Bars sollen erneut schließen und Veranstaltungen verboten werden. Nach Informationen von Focus Online sollen alle Einrichtungen, die dem Vergnügen dienen, betroffen sein, also neben der Gastronomie auch Museen und Theater. Merkel habe angeblich auch Schulen schließen wollen, sich damit aber nicht durchsetzen können.

Die Chefin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, äußerte sich im Interview mit der Bild-Zeitung besorgt über erneute Zwangsschließungen: "Wenn unsere Branche hier eine Sonderlast zu tragen hat gemeinsam mit der Veranstaltungswirtschaft, dann muss am Mittwoch auch darüber entschieden werden, wie eine Entschädigung stattfinden kann. Ansonsten werden wir die nächsten Wochen nicht überleben."

Kontroverser Vorschlag aus der CDU: "Für eine Woche alles dicht"

Bisher sind die Pläne für einen "Lockdown Light" jedoch noch nicht bestätigt, die Bild beruft sich dabei auf Angaben aus "informierten Kreisen". Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Montag (26.10.2020) lediglich, es gehe bei der Konferenz darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen. Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt" - und genau aus diesem Grund findet die Videokonferenz der Ministerpräsidenten früher statt, als geplant.

Der Bundesvorsitzende der CDU Thomas Strobl sprach sich ebenfalls öffentlich für einen erneuten Lockdown aus, jedoch wesentlich drastischer. "Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht", so Strobl im Gespräch mit dem Nachrichtenportal ThePioneer.

Das Infektionsgeschehen könnte auf diese Weise zum Stillstand gebracht werden. Der Vorteil dieser "sehr, sehr harten" Lösung wäre die zeitliche Begrenzung - ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie wären wieder möglich.