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Europawahl

Historischer Sieg für die Grünen: Wer sind die Grünen-Wähler und woher kommen sie?

Die Grünen sind der klare Gewinner der Europawahl. Doch woher kommen die ganzen Stimmen für die Partei? Was sind das für Wähler? Eine Erhebung von Infratest dimap klärt auf.
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Annalena Baerbock (l), Grünen-Vorsitzende, und Katrin Göring-Eckard, Fraktionschefin der Grünen, umarmen sich jubelnd nach der Bekanngabe der ersten Prognose für die Europawahl. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Annalena Baerbock (l), Grünen-Vorsitzende, und Katrin Göring-Eckard, Fraktionschefin der Grünen, umarmen sich jubelnd nach der Bekanngabe der ersten Prognose für die Europawahl. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Mehr als 20 Prozent aller Wähler in Deutschland stimmten bei der Europawahl für die Grünen.

Junge Wähler stimmen für Grüne: 34 Prozent bei unter Wählern bis 24

Am stärksten punkten die Grünen bei jungen Wählern, aber nicht nur dort: Wie eine Erhebung von Infratest dimap für die ARD ergab, wurden sie bei den unter 60-Jährigen mit 25 Prozent stärkste Kraft - bei den 25- bis 34-Jährigen holten sie sogar 27 Prozent, bei den 18- bis 24-Jährigen gar 34 Prozent.

Grüne gewinnen die großen Städte

Ihre Hochburgen haben die Grünen in den Metropolen. Ein Blick auf die zehn größten Städte zeigt: In neun sind sie jeweils stärkste Kraft - mit teilweise deutlichem Abstand. Allerdings gilt auch dabei: nicht nur dort. Auch in Schleswig-Holstein etwa, einem eher konservativen, landwirtschaftlich geprägten Flächenland mit Kiel als einziger echter Großstadt, liegen sie vor der CDU auf Platz eins.

Ein Überblick über die zehn größten Städte:

  • Berlin: Mit 27,8 Prozent sind die Grünen erstmals bei einer bundes- oder landesweiten Wahl stärkste Partei in der Hauptstadt. Das sind fast so viel wie CDU (15,2 Prozent) und SPD (14,0) zusammen.
  • Hamburg: 31,2 Prozent holen die Grünen in der Hansestadt und halten SPD (19,8) und CDU (17,7) weit auf Abstand. Auch im benachbarten Schleswig-Holstein triumphiert die Partei und setzt sich in einem Flächenland mit 29,1 Prozent an die Spitze.
  • München: In der bayerischen Landeshauptstadt kommen die Grünen auf 31,2 Prozent. Die CSU holt 26,9 Prozent, die SPD (die immerhin den Oberbürgermeister stellt) nur 11,4 Prozent.
  • Köln: In der viertgrößten Stadt Deutschlands lässt die Partei mit 32,9 Prozent die Konkurrenz von CDU (19,8) und SPD (17,0) weit hinter sich.
  • Frankfurt: Die Ökopartei erringt mit 31,3 Prozent mehr als doppelt so viele Stimmen in der Main-Metropole wie die SPD (15,1). Die CDU schafft es mit 19,7 Prozent auf Platz zwei.
  • Stuttgart: 28,4 Prozent holen die Grünen in der Hauptstadt ihres Stammlandes Baden-Württemberg. Anders als in anderen Metropolen ist die CDU (23,8) zumindest in Sichtweite. Die SPD holt 13,5 Prozent.
  • Düsseldorf: Die Grünen (29,2) holen fast doppelt so viele Stimmen wie die SPD (15,2). Dazwischen liegt die CDU mit 24,7 Prozent.
  • Dortmund: Hier schafft es die SPD mit 22,9 Prozent, sich hinter der Öko-Partei (25,0) zu platzieren. Auf Platz drei: die CDU (19,3).
  • Essen: Sie ist die einzige Metropole in den Top Ten der Großstädte, in der die Grünen mit 22,8 Prozent nicht stärkste Kraft sind. Knapp davor liegt die CDU mit 23,4 Prozent, die SPD auf Augenhöhe (20,9).
  • Leipzig: Selbst in Sachsen, wo insgesamt die AfD stärkste Partei ist und etwa auch die

So schneiden die Grünen in den großen Städten in Franken ab

In Nürnberg, Frankens größter Stadt, kommen die übrigens nicht an der CSU vorbei, obwohl auch hier das Ergebnis für die Grünen mit 24,2 Prozent (+9,7) über dem Bundesdurchschnitt liegt. Die CSU erzielte in Nürnberg 30,2 Prozent.

In Würzburg haben die Grünen die CSU dagegen überholt - und mit +11,3 Prozent auch gegenüber der letzten Europawahl noch deutlicher zugelegt als in Nürnberg. Insgesamt kommen die Grünen in Würzburg auf 31,1 Prozent, die CSU verliert leicht (-2,1) und landet bei 29,0 Prozent.

Auch in Erlangen haben die Grünen die Nase vorn: 28,9 Prozent (+10,1) erzielten die Grünen hier während die CSU mit 27,5 Prozent (+1,3) abschließt.

In Bamberg dagegen zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Nürnberg. Auch hier legen die Grünen zu auf 28,4 Prozent (+7,4), bleiben aber hinter der CSU, die auf 30,3 Prozent kommt, gegenüber der letzten Europawahl aber Verluste hinnehmen muss: -2,5 Prozent.

In Schweinfurt landen die Grünen zwar auch auf Platz zwei, der Abstand zur CSU ist aber noch gewaltig. Die Christsozialen werden mit 35,5 Prozent sehr klar stärkste Kraft, die Grünen erzielen 16,8 Prozent.

Alle Zahlen zur Europawahl im Überblick: So haben Franken und Bayern gewählt

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