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Krankenversicherung

Über eine Milliarde Defizit: Ab 2021 könnten die Beiträge für die Krankenkasse steigen

Die gesetzlichen Krankenkassen schließen das Jahr einem Medienbericht zufolge mit Defiziten ab. Für dieses Jahr sind zwar noch keine höheren Beiträge geplant, doch das könnte sich 2021 ändern.
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In diesem Jahr könnten die Krankenkassen die Mehrausgaben noch auffangen, ab 2021 könnte es aber zu höheren Beiträgen kommen. Symbolfoto: Alexander Heinl/dpa-tmn
In diesem Jahr könnten die Krankenkassen die Mehrausgaben noch auffangen, ab 2021 könnte es aber zu höheren Beiträgen kommen. Symbolfoto: Alexander Heinl/dpa-tmn

"Das Defizit für 2019 wird über eine Milliarde Euro betragen", sagte die Vorstandschefin des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe Ende letzten Jahres. Nun legte Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV in der Welt am Sonntag nach: "Allein in diesem Jahr rechnen wir aufgrund des Terminservicegesetzes und des Pflegeperson-Stärkungsgesetzes mit fünf Milliarden Euro Mehrausgaben."

Höhere Beiträge vielleicht schon ab 2021

Die meisten Krankenkassen würden ihren Zusatzbeitrag 2020 wegen der hohen Rücklagen noch nicht erhöhen müssen. Im kommenden Jahr sehe es allerdings schwieriger aus, sagte Kiefer, da viele der beschlossenen Gesetze zu dauerhaft höheren Ausgaben führten. Erst ab 2021 werde es wohl zu höheren Beiträgen kommen, so der GKV .

Es ist das erste Minus seit 2015. Im Jahr 2018 hatte der Einnahmeüberschuss der Kassen dem Bundesgesundheitsministerium zufolge zwei Milliarden Euro betragen.

Pfeiffer hatte die Entwicklung "alarmierend" genannt, weil auch Rekordeinnahmen der Krankenkassen den Verlust nicht hätten verhindern können. Der Grund dafür seien stark steigende Ausgaben. Die Entwicklung habe sich während des Jahres sogar noch beschleunigt. Dies liege einerseits am medizinischen Fortschritt, andererseits an den teuren Gesetzen der Bundesregierung.

Rücklagen müssen angegriffen werden

Die meisten Kassen könnten auf einen Teil ihrer Rücklagen zurückgreifen und so die Zusatzbeiträge in diesem Jahr stabil halten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lagen die Betriebsmittel und Rücklagen der Krankenkassen Ende 2018 bei rund 21 Milliarden Euro.