Das Gendersternchen oder der Unterstrich sollen verdeutlichen, dass sowohl Männer, als auch Frauen angesprochen werden. Zusätzlich schließt der Unterstrich oder der Genderstern die sogenannte Gendergap (deutsch: Geschlechter-Lücke).

Damit werden Fehlinformationen über das soziale Geschlecht im Wortstamm eines Begriffs vermieden, und gleichzeitig alle Geschlechtsidentitäten berücksichtigt, denn nicht jeder Mensch kann oder möchte sich mit einem Geschlecht identifizieren. Diskriminierungen im Sprachgebrauch sollen dadurch verringert werden.

Genderstern und Unterstrich am Beispiel "Lieber Leser"

Diese gebräuchliche Schreibweise könnte sich nur auf Männer beziehen, soll aber mehrere Geschlechter ansprechen. Mit der Sternchen-Variante umgeht man auch der langen Paarform.

Anstatt "Liebe Leser und Leserinnen" schreiben zu müssen, lautet die Sternchen-Variante also: " Liebe Leser*innen".

Mit der Unterstrich-Variante lautet das Beispiel: "Liebe Leser_innen". Gendersternchen und Unterstrich haben demnach die gleiche Bedeutung, und werden beim Sprechen durch eine kurze Pause dargestellt. Übrigens ist das Wort Gendersternchen auch zum Anglizismus des Jahres 2018 gewählt worden.

Stereotype Rollenbilder durch genderneutrale Bezeichnungen vermeiden

Bestimmte Begriffe sorgen auch für stereotypische Rollenbilder, die wiederum zu Diskriminierungen und Missverständnissen führen können.Wer von einer Krankenschwester spricht, denkt zunächst immer an eine Frau und Männer in diesem Beruf werden oft als unmännlich angesehen.

Eine neutralere Bezeichnung ist etwa "Pflegepersonal", um Rollenklischees anhand der Geschlechterzuschreibung zu vermeiden.

Der Nutzen von gendergerechter Sprache

Sprache kann diskriminieren oder kann vereinen. Eine mögliche Frage ist: Wer ist gemeint? Mann, Frau oder andere Geschlechter oder alle? Genderneutrale Sprache hat das Ziel, stereotype Rollenbilder abzubauen und der Wegbereiter für ein diskriminierungsfreies Umfeld zu sein.

Das Genderwörterbuch erklärt die unterschiedlichen Begriffe und beschreibt, wie man geschickt gendern kann.