Berlin
Arbeitsunfähigkeit

Gelber Schein Adé: Krankmeldung soll zukünftig digital erfolgen

Der gelbe Schein soll abgeschafft und durch eine digitale Krankmeldung ersetzt werden. In Zukunft sollen die Krankenkassen den Arbeitgeber über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit informieren.
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Die Krankmeldung beim Arbeitgeber soll in Zukunft digital, direkt über den entsprechenden Arzt beziehungsweise die Krankenkasse erfolgen. Das geht aus einem neuen Gesetzesentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 9. September 2019 hervor. Das Ministerium rund um Peter Altmaier erhofft sich durch den vorliegenden Entwurf eine Entlastung der Wirtschaft um insgesamt 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Das BMWi sieht in dem Vorschlag einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Bürokratieabbau.

Der gelbe Zettel soll weg

Wenn sie krankheitsbedingt nicht in der Lage sind zu Arbeiten, müssen sie ihrem Arbeitgeber nach dem dritten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung in Form eines Gelben Scheins zukommen lassen. Das sieht das Ministerium im Rahmen der Digitalisierung als "nicht mehr zeitgemäß" an und hat den Plan, ein elektronisches Meldeverfahren einzuführen. Demnach informieren in Zukunft die Krankenkassen den Arbeitgeber über den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit.

Die Digitalisierung würde Zeit und Geld einsparen

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums, haben Ärzte im Jahr 2017 rund 77 Millionen Krankenscheine ausgestellt. Durch ein elektronisches Verfahren, würde für den Arbeitnehmer ein Zeitaufwand von schätzungsweise 15 Minuten sowie circa 1 Euro an Materialkosten pro Krankenschein, entfallen. Berechnungen des BMWis zufolge, lassen sich durch die Digitalisierung des Gelben Scheins etwa 77 Millionen Euro einsparen. Ziel des Gesetzesentwurfs ist es unter anderem, Unternehmen und deren Mitarbeitern zu entlasten.

 

Foto: Jens Büttner/dpa