Franken
Rechtsextremismus

"Fridays gegen Altersarmut" von Rechten unterwandert? Mahnwachen in Franken geplant

Die Bewegung "Fridays gegen Altersarmut" möchte auf das Thema Altersarmut aufmerksam machen. Doch immer wieder gibt es Vorwürfe, die Gruppe sei von rechts unterwandert.
 
Wie rechts ist die Bewegung "Fridays gegen Altersarmut"? Foto: Stephanie Pilick/dpa
Wie rechts ist die Bewegung "Fridays gegen Altersarmut"? Foto: Stephanie Pilick/dpa

Das Thema Altersarmut ist in Deutschland aktueller denn je: Beinahe jeder fünfte Rentner ist betroffen und hat mit Geldproblemen zu kämpfen. Hinsichtlich der Politik gibt es keine ambitionierten Verbesserungspläne, die weder eine kurzfristige noch langfristige Lösung darstellen. Die Bürger sind unzufrieden.

Aus diesem Grund wurde vor Kurzem eine neue Bewegung ins Leben gerufen: "Fridays gegen Altersarmut" (FgA).

"Fridays gegen Altersarmut": Die Anhängerzahlen steigen

Ende September 2019 trat die Gruppierung erstmals in den Sozialen Netzwerken, wie Facebook, Instagram oder Twitter in Erscheinung. Ziel der Bewegung ist es, so viele Menschen wie möglich auf das Thema Altersarmut aufmerksam zu machen. Die Gruppe gewann seitdem immer mehr an Popularität und die Zahlen der Anhänger in den Sozialen Medien wachsen nach wie vor. Im November 2019 fasste die Bewegung etwa 33.400 Mitglieder auf Facebook. Über den Jahreswechsel konnte diese Zahl beinahe verzehnfacht werden (307.700 Mitglieder, Stand 17. Januar 2020).

Wie rechts ist "Fridays gegen Altersarmut"?

Dass dem Thema Altersarmut mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, ist für die Vielzahl der Deutschen Bundesbürger klar. So gesehen wirkt das Gründen einer Bewegung, die sich für eine Verbesserung der Altersvorsorge stark macht, nahezu tugendhaft.

Doch in letzter Zeit werden immer wieder Stimmen laut, die der "Fridays gegen Altersarmut"-Szene einen rechten Anstrich verpassen wollen. Dabei fällt der Blick vor allem auf einen der Administratoren der FgA-Facebook-Seite: Heinz Madsen. Ihm werden Verbindungen zur rechtsextremen Szene vorgeworfen. Reporter der Frankfurter Rundschau haben auf dem Profil des Gruppengründers Bilder gefunden, auf denen Madsen einen Thor-Hammer um den Hals trägt. Der Thor-Hammer ist ein mythologisches Symbol und ist in rechten Kreisen weit verbreitet.

Die Facebook-Seite "Oma gegen rechts" sprach sich bereits öffentlich gegen die gesamte Bewegung "Fridays gegen Altersarmut" aus und wirft Heinz Madsen die Manipulation der älteren Generation vor.

Doch den Vorwurf des Rechtsextremismus muss sich Madsen nicht alleine gefallen lassen. Kritiker werfen der gesamten Gruppe vor, von rechts unterwandert zu sein. Auch anderen FgA-Administratoren neben Heinz Madsen sollen rechte Gruppierungen und Parteien unterstützen. Dies zeigt sich vor allem darin, wer für die Altersarmut-Bewegung Werbung macht. In sozialen Netzwerken promoten immer wieder rechtspopulistische Seiten Heinz Madsen und seine Anhänger. Dabei sind unter anderem die "Hagida", ein Ableger der rechten "Pegida"-Bewegung, die Kleinpartei "Deutsche Mitte" oder die "Alternative für Deutschland (AfD)".

"Fridays gegen Altersarmut": Bundesweite Demos und Mahnwachen in Planung

"Wir können uns selbst zur Lobby machen, in dem wir so viele Menschen wie möglich für unsere Bewegung gewinnen", hieß es bereits im vergangen Jahr von Seiten der "Fridays gegen Altersarmut"-Gründer. Außerdem sei es das Ziel den Protest auf die Straße zu tragen. Dies scheint nun geglückt zu sein: Ab dem 24. Januar 2020 soll es bundesweite Mahnwachen geben.

Dabei bleibt auch die Frankenregion nicht aus: Insbesondere Mittelfranken scheint die Bewegung ins Auge gefasst zu haben. In Nürnberg, Ansbach, Roth sowie Zirndorf sind im Frühjahr 2020 Mahnwachen oder Demonstrationen geplant.

Ist "Fridays gegen Altersarmut" wirklich rechts?

Diese Aussage kann man so pauschal nicht beantworten. Es ist sicherlich wichtig, dass es eine Gruppierung gibt, die sich für das Thema der Altersarmut stark macht und Impulse setzt. Auch wenn einige der führenden Mitglieder als rechts einzustufen sind und ihren Einfluss in den sozialen Netzwerken missbrauchen, so ist trotzdem nicht jeder Teilnehmer der Bewegung rechtsradikal.