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Berlin
Corona-Hilfen

Corona-Hilfe für Studenten: Das plant die große Koalition

In der Corona-Krise haben viele Studierende ihre Nebenjobs verloren. Dabei sind viele von ihnen darauf angewiesen, nebenbei Geld zu verdienen. Die große Koalition hat sich nun auf eine Soforthilfe geeinigt.
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Geldscheine
Die große Koalition hat sich auf Hilfen für Studierende geeinigt. Ein Überbrückungskredit von 650 Euro pro Monat soll die Lebensgrundlage sichern. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Im Studium sind viele Studierende auf Nebenjobs angewiesen, um sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Durch die Corona-Krise wurde beispielsweise die Gastronomie geschlossen. In dieser, aber auch in anderen Branchen arbeiten zahlreiche Studenten auf 450-Euro-Basis oder mehr. Somit haben viele von ihnen aktuell keine Arbeit. Laut Angaben des Bundesbildungsministeriums führt das zu einer finanziellen Notlage vieler Studierender, wie die Tagesschau berichtet.

Union und SPD haben sich nun geeinigt, wie man den Studierenden zu Hilfe kommen könnte. Zuerst hatte die SPD eine Ausweitung des BAföG gefordert. Dies soll dabei aber keine Rolle spielen. Sie einigten sich auf zwei Instrumente.

Ab 8. Mai: Maximal 650 Euro zinsfreier Kredit für Studenten 

Zum einen setzt sich Bildungsministerin Anja Karliczek mit ihrem Vorschlag eines Überbrückungskredit durch. Dieser soll in die Zuständigkeit der KfW-Bank fallen. Bis März 2021 soll es jedem Studierenden möglich sein, ein Darlehen von maximal 650 Euro pro Monat zu bekommen. Bis auf Weiteres sind diese Kredite zinsfrei und auch für ausländische Studierende erhältlich. Bereits ab dem 8. Mai 2020 können Anträge für die Unterstützung gestellt werden. Erste Gelder könnten dann laut Angaben des Ministeriums schon am 1. Juni auf den Konten zu finden sein. 

Die reine Kreditlösung war für die SPD aber keine Option. Deswegen will der Bund zusätzlich rund 100 Millionen Euro in die Notfonds der Studierendenwerke, wie beispielsweise das Studentenwerk Würzburg, einzahlen. Dort können sich Studierende melden, die nachweisen können, dass sie auf Hilfe angewiesen sind und es für das Problem keine andere Lösung gibt. Zuerst wird dies aus bisher nicht abgerufenen BAföG- Mitteln finanziert. 

Dieser Einigung konnten die Sozialdemokraten nur zähneknirschend zustimmen. Sie waren aber froh eine reine Kreditlösung abgewehrt zu haben. Der SPD-Sprecher der Bundestagsfraktion für Bildung und Forschung, Oliver Kaczmarek sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, dass man unkomplizierte Hilfen zur direkten finanziellen Unterstützung der Studierenden durchgesetzt habe.

Kaczmarek kritisierte allerdings auch die Bildungsministerin: "Eine Öffnung des BAföGs wäre genauso wünschenswert gewesen, aber am ideologischen Widerstand der Bildungsministerin gescheitert." Wichtig sei aber für die SPD, dass Studierende, die unverschuldet in Not gekommen seien, auf einfachem Wege einen Zuschuss für ihren Lebensunterhalt erhalten könnten.

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