Die mit Spannung erwartete Wahl des Nachfolgers von Papst Benedikt XVI. soll in der ersten Hälfte der kommenden Woche beginnen. Die in Rom versammelten Kardinäle wollten nach mehrtägigen Beratungen am späten Freitagnachmittag über den genauen Termin für das Konklave abstimmen. "Es könnte am Montag sein, am Dienstag oder am Mittwoch", sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zu möglichen Startterminen. Seit Donnerstag sind alle 115 wahlberechtigten Kardinäle in der Ewigen Stadt versammelt.

Nach der Entscheidung im Kardinalskollegium wollen die rund 150 Purpurträger am Samstag zu einer weiteren Sitzung zusammenkommen, bevor sie am Sonntag die Messe feiern wollen. In der Kongregation am Freitagvormittag gab es wie schon an den vier Tagen zuvor viele Wortmeldungen. Mehr als 100 Kardinäle äußerten sich während der Sitzungen im Laufe der Woche. Am Weltfrauentag sprachen die Geistlichen unter anderem über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche und den Dialog zwischen den verschiedenen Religionen.

Die Kardinäle haben während der Generalkongregationen bislang ausführlich über die Lage der Kirche diskutiert und sich bei der Vorbereitung des Konklaves viel Zeit gelassen. In den Medien gehen unterdessen die Spekulationen über das neue Oberhaupt der katholischen Kirche weiter. Am Freitag wurden vor allem der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der brasilianische Kardinal Odilo Pedro Scherer als Favoriten genannt.

Benedikt (85) war am 28. Februar als erster Papst der Neuzeit zurückgetreten und hatte seinen Schritt mit schwindenden Kräften infolge seines hohen Alters begründet. Sein Nachfolger wird zunächst für einige Wochen im Gästehaus Santa Marta des Vatikans wohnen. Dort gebe es ein Appartement für besondere Gäste, das momentan noch verschlossen sei, erläuterte Lombardi. Die 115 Teilnehmer des Konklaves wohnen während der Papstwahl, deren Dauer unbestimmt ist, ebenfalls in dem Gästehaus. dpa