Prien am Chiemsee steht nach der grausigen Tat noch immer unter Schock. Am Wochenende wurde eine Mutter vor den Augen ihrer Kinder erstochen. Am Mittwoch nun gaben die Ermittler bekannt, dass die Tat womöglich religiös motiviert war.

Der Wechsel der vor mehreren Jahren aus Afghanistan geflüchteten Frau vom muslimischen zum christlichen Glauben rücke immer mehr ins Zentrum der Ermittlungen, sagte Polizeisprecher Andreas Guske am Mittwoch. Die 38-Jährige hatte sich in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert.


38-Jährige war Christin geworden

Eine Beziehungstat scheidet für die Ermittler jedenfalls aus. "Der mutmaßliche Täter und die Frau kannten sich zwar", erläuterte Guske. Es sei aber eher eine flüchtige Bekanntschaft gewesen, Eifersucht komme als Tatmotiv nicht in Frage.

Die Frau war am Samstagabend vor den Augen ihrer Kinder vor einem Supermarkt in der oberbayerischen Gemeinde niedergestochen worden. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll der Täter die Frau auch in den Kopf gestochen haben. Sie starb wenig später im Krankenhaus.

Ein 29 Jahre alter Flüchtling ebenfalls aus Afghanistan gilt als dringend tatverdächtig. Der Mann wurde in eine Nervenklinik eingewiesen. Er ist laut Polizei bereits früher als psychisch labil aufgefallen. Die beiden fünf und elf Jahre alten Kinder, die mit ansehen mussten, wie ihre Mutter umgebracht wurde, sind in der Obhut von Behörden.