Demnach sind 24 Prozent von ihnen vom Aussterben bedroht. Bei fast der Hälfte (46 Prozent) der Arten sinkt die Population. «Diese Resultate beunruhigen uns sehr», erklärte Studienkoordinatorin Ana Nieto, die beim IUCN für europäische Artenvielfalt zuständig ist. «Ein so hoher Anteil gefährdeter Hummeln kann ernsthafte Konsequenzen für unsere Nahrungsmittelproduktion haben.»

Hummeln sorgen als Bestäuber dafür, dass sich Pflanzen vermehren und gedeihen können. Damit sind sie auch wichtig für die Nahrungsproduktion. Der wirtschaftliche Nutzen von Bestäubern wie Hummeln für die europäische Landwirtschaft liegt Berechnungen der IUCN zufolge bei mehr als 22 Milliarden Euro im Jahr.

Klimawandel, intensive Landwirtschaft und veränderte Landnutzung sind nach Angaben der IUCN die Hauptgefahren für Hummeln. Oft seien die Tiere spezialisiert auf bestimmte Pflanzen, was sie sehr anfällig für Veränderungen ihrer Umwelt mache. So verringere die steigende Temperatur den Lebensraum der zweitgrößten europäischen Hummelart Bombus hyperboreus.

Sie kommt in den kalten Gebieten der skandinavischen Tundra und im hohen Norden Russlands vor.

«Der Schutz von Hummeln und ihren Lebensräumen, die Wiederherstellung geschwächter Ökosysteme und die Förderung Artenvielfalt-freundlicher Landwirtschaft werden entscheidend dafür sein, den Negativtrend bei den Hummelpopulationen in Europa umzukehren», sagte Nieto.