Bisher gingen viele Experten davon aus, dass die Vorfahren der Ur-Amerikaner aus Ostasien kamen. Ihre Untersuchung erkläre nun auch, warum einige Schädel der ersten Ureinwohner für Ostasiaten ziemlich untypische Merkmale besitzen, schreibt ein internationales Wissenschaftlerteam um Maanasa Raghavan von der Universität Kopenhagen (Dänemark) im britischen Fachblatt «Nature».

Die Forscher hatten zunächst aus einem Oberarmknochen eines männlichen Jugendlichen, der vor etwa 24 000 Jahren im südlichen Zentralsibirien (Mal'ta) lebte, Erbgut isoliert und analysiert. Sie untersuchten zum einen das mitochondriale Genom, welches nur von der Mutter vererbt wird. Charakteristische Positionen innerhalb des Genoms zeigten, dass das Genom zur Haplogruppe U gehört. Dieser Typ war unter alt- und mittelsteinzeitlichen Jägern- und Sammlern in Europa weit verbreitet, berichten die Forscher.