Aus Antes' Sicht braucht die Forschung auch in Deutschland Anreizsysteme, die stärker als bisher Relevanz und Bedarf berücksichtigen. «Die Wissenschaft allein wird es nicht richten», sagt er und sieht auch die Politik in der Pflicht. Das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE) habe etwa eine «Datenbank der Lücken» zu medizinischen Themen erstellt - ein sinnvoller Ansatz in seinen Augen. Fraglich sei, ob der Nutzen-Maßstab auf jedes Fach anwendbar ist. «Ich glaube, das ist bei den Geisteswissenschaften sicherlich schwieriger, die harte Skala Tod und Krankheit gibt es dort nicht.»

So überflüssig manche Studien erscheinen - Preise lassen sich auch mit skurrilen Themen abräumen. Jedes Jahr vergibt die Zeitschrift «Annals of Improbable Research» (deutsch: Jahrbuch für unwahrscheinliche Forschung) Ig-Nobelreise für absurde Arbeiten. «Steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kühe sich hinlegen, je länger sie stehen?» hieß eine der ausgezeichnete Arbeiten 2013. Eine andere: «Wer sich für betrunken hält, denkt auch, er sei attraktiv.»