Es sei ein fächerübergreifendes Problem, betont Antes, aber nicht überall mit gleich gravierenden Folgen: «In vielen Fächern geht Verschwendung auf den Geldbeutel, in der Medizin kann es Krankheit und schlimmstenfalls Tod für Patienten bedeuten.» Studien, die nicht das gewünschte Ergebnis brächten, würden oft geschönt oder fielen unter den Tisch. Etwa, wenn ein neues Medikament sich nicht als wirksamer erweise als sein Vorgänger - dabei sei das eine wichtige Information. Aber eben nicht so sensationell, dass sich Fachmagazine und Journalisten darauf stürzen. «Alle hängen davon ab, dass das, was sie machen, möglichst aufregend ausschaut.»

Antes ist mit seiner Kritik nicht allein. Über falsche Anreizsysteme und daraus entstehenden «Forschungsmüll» klagten zuletzt zahlreiche Wissenschaftler in der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet», die in Großbritannien erscheint.