«Früher haben sich Paare auch schon über Sex und Geld gestritten.» Das ist keine bahnbrechende Erkenntnis? Dies ist immerhin an der renommierten Harvard-Universität in den USA erforscht worden. Der Verfasser hat die Essenz seiner historischen Arbeit ins Netz gestellt: Im Blog «LOL My Thesis», in dem die Biologiestudentin Angela Frankel Forschungsergebnisse in einem Satz sammelt. «Quallen mögen es nicht, wenn man Säure in ihr Aquarium kippt», schreibt darin etwa ein Meeresbiologe aus Schottland.

Rund 26 800 Menschen haben 2012 nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Deutschland ihre Promotion abgeschlossen. Wer in der Wissenschaft etwas werden oder bleiben will, kommt um die Produktion mehr oder weniger relevanter Thesen nicht herum. «Die finanzielle Belohnung hängt davon ab, wie viel und wo ich publiziere», sagt der Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums, Gerd Antes. Viele Anreize setzten auf Quantität statt auf Qualität - auf Kosten der wissenschaftlichen Relevanz und manchmal der Korrektheit.