Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hob am Montagabend pünktlich um 18.28 MESZ eine russische Sojus-Rakete mit Metop-B ab. Bei der europäischen Wettersatelliten-Organisation Eumetsat in Darmstadt war der Start zusammen mit Kollegen der europäischen Weltraumagentur Esa gespannt auf Leinwänden verfolgt worden. «Mit Metop-B wird die Kontinuität der Wetterbeobachtung sichergestellt», sagte Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

Der über vier Tonnen schwere Messapparat soll in einer Umlaufbahn in 817 Kilometern Höhe mindestens fünf Jahre lang die Pole überfliegen und präzisere und schnellere Wettervorhersagen liefern - ein wichtiger Späher, wenn für wetterempfindliche Bereiche wie Luftverkehr, Energie- und Landwirtschaft Gefahr droht. Die Höhe gilt als ideal, um hochauflösende globale Daten zu erhalten. Pro Tag soll er 14 Mal von Pol zu Pol unterwegs sein. Metop-B hatte am Dienstagmittag schon 790 Kilometer erreicht.

Erst vor zwei Monaten war ein Meteosat Second Generation (MSG) in Kourou in Französisch-Guayana als Ergänzung zu einer Satelliten-Gruppe gestartet. «Meteosat und Metop sind die beiden Säulen des europäischen Beitrags zur globalen Wetter- und Klimabeobachtung», sagte Claudia Ritsert-Clark von Eumetsat.

Metop umkreist die gesamte Erde, MSG dreht sich stationär und beobachtet aus der deutlich größeren Höhe von 36 000 Kilometern ungefähr die Hälfte unseres Planeten.

Metop-B wird in der Anfangsphase wie auch schon MSG vom Esa-Kontrollzentrum Esoc gesteuert. Esoc befindet sich ebenfalls in Darmstadt, nicht weit von Eumetsat entfernt.

«Metop-B überfliegt in 100 Minuten einmal die Erde und liefert globale Daten für eine Vorhersage von bis zu zehn Tagen», sagte der frühere Astronaut Thomas Reiter, der heute den Esa-Bereich bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb leitet. Eumetsat soll an diesem Donnerstag Metop-B übernehmen.

Das Gesamtprogramm der drei Metop-Satelliten ist laut Eumetsat auf 3,2 Milliarden Euro veranschlagt. Metop-B ist die Nummer 2 nach Metop-A (Start 2006). Metop-C soll Ende 2017 folgen. «Metop-A bleibt so lange oben, wie er noch Treibstoff hat», sagte Eumetsat-Sprecherin Valerie Barthmann.