Vogel leitet am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken.

Der Pharmakonzern Novartis hat in dieser Woche die europäische Marktzulassung für den Impfstoff Bexsero erhalten. Er soll gegen Meningokokken vom Serotyp B schützen. Bexsero ist zur Zeit noch in keinem europäischen Land erhältlich, dem Unternehmen zufolge wird die Markteinführung noch einige Wochen oder Monate dauern. Auch eine Beurteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für das Mittel steht noch aus.

Vogel empfiehlt, diese Stellungnahme abzuwarten. «Ich würde im Prinzip immer schauen, was die STIKO sagt. Das gibt Sicherheit.» Das schließe aber nicht aus, dass zum Beispiel Patienten mit besonders hohem Risiko einer Infektion schon vorher geimpft werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) zählt pro Jahr 300 Fälle von Meningokokken-B-Infektionen. Der Erreger ist den Experten zufolge der häufigste Auslöser von Hirnhautentzündung und Blutvergiftung bei Kindern und Jugendlichen. Erkrankungen sind zwar selten, aber wegen ihrer Schwere gefürchtet. Jeder Zehnte stirbt, einer von fünf trägt Behinderungen davon.

Medizinisch sei Bexsero «außerordentlich innovativ» und «technologisch sehr interessant», findet Vogel. Einen Impfstoff gegen den besonders wandelfähigen Meningokokken-B-Erreger zu entwickeln, sei etwa viel schwerer als gegen den selteneren Typ C. Hier ist ein Impfstoff erhältlich und wird in Deutschland auch empfohlen.