Einen Tag nach der bunten Eröffnungsshow stieß die international stark beworbene Veranstaltung um Meer und Küsten zwar auf reges Interesse. Doch der ganz große Besucheransturm blieb am Samstag zunächst aus.

Nach Angaben der Veranstalter kamen mit rund 34 000 Besuchern etwas mehr als ein Drittel der rund 100 000 Menschen beim letzten Probelauf wenige Tage zuvor. Man habe mehr Besucher erwartet, sagte Expo-Sprecherin Kang Hyun Joo. «Doch der Ablauf selbst war reibungslos und die Besucher geduldig.» An diesem Sonntag erwarte man rund 50 000 Besucher. Die Veranstalter rechnen mit acht bis zehn Millionen Besuchern der «Expo-Stadt» bis zum Ende nach 93 Tagen am 12. August, davon mehr als eine halbe Million ausländische Touristen.

Damit kam es am Samstag auch nicht zu den befürchteten großen Schlangen an den Kassen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, mussten die Besucher an den Länder- und Themenpavillons auf dem Expo-Gelände direkt an der Südküste des Landes auch keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen. Die diesjährige Expo steht unter dem Motto «Der lebende Ozean und die Küste».

Obwohl die Veranstaltung zu den kleineren Expos mit einem spezielleren Thema und nicht wie die Expo 2010 in Shanghai zu den großen «World Expos» gehört, ist für zahlreiche Besucher ein Tag zu wenig, um alles mitzuerleben. «Zwei bis drei Tage bräuchte man wohl», sagte die 28-jährige Kim Hye Jin aus Seoul. Sie bemängelte, dass sie zuvor Tickets für nur zwei Ausstellungshallen via Internet buchen konnte. Ohne alles gesehen zu haben, gefiel ihr die Roboter-Ausstellung am besten.

Neben der Selbstdarstellung der teilnehmenden Länder geht es vor allem um die nachhaltige Nutzung der Ozeane sowie den Meeres- und Küstenschutz. Es nehmen 104 Länder und zehn internationale Organisationen teil, darunter die UN.

Zu einzelnen, aber überschaubaren Schlangen kam es vor allem an Pavillons mit «Shows» und Filmvorführungen. So hatte etwa der japanische Pavillon einen regen Zulauf. Dort wird in einem Kino ein mit Hologramm- und Trickfilmeffekten produzierter Film über die Auswirkungen der Tsunami-Katastrophe im März 2011 gezeigt.

Die Expo wird von einem bunten Programm mit musikalischen Aufführungen und Umzügen, Fontänen-, Lichter- und Multimediashows eingerahmt. Am Samstag sahen sich Tausende von Zuschauern von einer Tribüne direkt am Ufer eine Show an, die in einem extra für die Expo angelegten neuen Meeresbecken stattfand.

Regen Zuspruch fanden auch die mit viel Technik und interaktiven Elementen gefüllte deutschen Ausstellungsräume, die sich unter dem Dach des großen internationalen Pavillons befinden. Dort werden die Besucher unter dem Motto «Seavolution» empfangen. Der aus dem englischen Wort «Sea» (Meer) und «Evolution» zusammengesetzte Begriff soll auf das Thema der Expo wie auch auf die technischen Erneuerungen und Lösungen anspielen, die Deutschland in Yeosu zeigen will.

«Die Ausstellung ist erstmal sehr positiv angelaufen», befand die Direktorin des deutschen Pavillons, Anja Ehrke. Wichtiger als die Eintrittszahlen sei, was Besucher «mitnehmen» würden. Und da sei die Resonanz durchaus positiv gewesen. Die Ausstellung sei «sehr gut organisiert», meinte auch die 53-jährige Südkoreanerin Kim Tae Sun aus Taejon. Sie habe Lust verspürt, nach Deutschland zu reisen.