Einige Gewerkschafter wollen erst nach der Beerdigung der 56-jährigen Familienvaters die Arbeit aufnehmen. Der Nachrichtenagentur Belga zufolge ist die Beisetzung für diesen Donnerstag vorgesehen. Den Gewerkschaften sind die Vorschläge der Politik zur Verbesserung der Sicherheit nicht ausreichend, berichtete der Radiosender RTBF. Sie verlangen konkrete Pläne und Zusagen.

Am Dienstag blieben Busse und Bahnen in der belgischen Hauptstadt erneut in den Depots. Lediglich am Morgen waren vereinzelt U-Bahnen gefahren, doch ab Dienstagmittag herrschte wieder Stillstand. Ein Vertreter der liberalen Gewerkschaft CGSLB erklärte gegenüber RTBF, mindestens noch bis zur Beerdigung des Getöteten solle die Arbeit ruhen.

Die Gewerkschaft vermisste bei den Plänen von Innenministerin konkrete Zusagen und einen Terminplan. Am Mittwochnachmittag ist ein Treffen von Innenministerin Joëlle Milquet mit Vertretern der Gewerkschaften angesetzt, berichtete Belga.

Die Betriebsleitung der Nahverkehrsgesellschaft STIB zeigte am Dienstag kein Verständnis für die fortgesetzte Arbeitsniederlegung. «Ich glaube, dass wir jetzt die Gefühle hinter uns lassen müssen, die Trauer hinter uns lassen und zur Vernunft zurückkehren müssen», sagte der amtierende STIB-Direktor Kris Lauwers laut der Internetseite von RTBF.

Der STIB-Mitarbeiter war am Samstagmorgen von einem jungen Mann tödlich verletzt worden, als er einen Verkehrsunfall aufnehmen wollte. Nach dem Tod des 56-Jährigen waren die Mitarbeiter im Einverständnis mit der Betriebsleitung das gesamte Osterwochenende in den Ausstand gegangen. Nach Zusagen der Politik, Polizei und Sicherheitspersonal aufzustocken und mit mehr Kompetenzen auszustatten, wollte das STIB-Management den Betrieb wieder aufnehmen.