Dennoch wurde vorsorglich die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Der 5452 Meter hohe Berg rund 60 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt stoße seit Anfang der Woche kleine Mengen Gase und Asche aus, teilte das Nationale Zentrum für Katastrophenschutz (Cenapred) mit. Auch seien leichte Erderschütterungen zu spüren. Innenminister Alejandro Poire sagte am Dienstagabend, derzeit bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Auch in der Nacht zum Mittwoch schleuderte der Koloss nach Osten hin glühende Steine aus, die laut dem jüngsten Cenapred-Bericht bis zu rund 800 Meter über die Hänge rollten und den frisch gefallenen Schnee verdampften. Als sich am Morgen die Wolken verzogen, war für kurze Zeit der Blick auf eine rund einen Kilometer hohe Wolke aus Dampf und Asche über dem Vulkan frei.

Die jetzt ausgerufene Alarmstufe «Gelb Phase 3» bedeutet, dass die Explosionstätigkeit des Vulkans mittelmäßig hoch ist und der Ausstoß von Lava sowie Ascheregen über nahen Ortschaften möglich ist.

In der näheren Umgebung des Vulkans wurden vorsorglich mehrere Schulen geschlossen. Die Bevölkerung wurde zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, der Sicherheitsradius rund um den Berg beträgt zwölf Kilometer. Der Zivilschutz bereitete Notunterkünfte vor, von denen in der Region 700 zur Verfügung stehen.

Der Popocatépetl - «rauchender Berg» in der Sprache der Azteken - ist seit Ende 1994 aktiv und stößt in regelmäßigen Abständen Gase, Asche und glühende Steine aus. Bei einer besonders heftigen Explosion 1997 erreichte die von ihm ausgestoßene Asche auch die mexikanische Hauptstadt und legte unter anderem den internationalen Flughafen lahm.