Stolberg
Horror-Crash

Unfall mit fünf Toten: Kommt der 20-jährige Unfallfahrer mit Sozialstunden davon?

Einen Unfall mit fünf Toten in Stolberg bei Aachen kurz vor Weihnachten 2018 hat den Ermittlern zufolge ein Autofahrer verursacht, der nicht von einer Radaranlage geblitzt werden wollte. Mit 180 km/h raste er über die Landstraße. Er könnte mit einer sehr milden Strafe davonkommen.
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Unfall mit fünf Toten in Stolberg
Den Unfall mit fünf Toten in Stolberg bei Aachen kurz vor Weihnachten hat den Ermittlern zufolge ein Autofahrer verursacht, weil er von einer Radaranlage nicht geblitzt werden wollte. Foto: Ralf Roeger/dmp-press

Update vom 07.04.2019, 7 Uhr: Unfallfahrer Marvin H. droht wohl nur milde Strafe

Bei einem fürchterlichen Unfall  in Stolberg bei Aachen (NRW) kamen kurz vor Weihnachten fünf Menschen ums Leben. Unfallverursacher Marvin H., ein 20-jähriger Kfz-Mechatroniker in Ausbildung, war mit Tempo 180 einer Radaranlage ausgewichen, hatte den BMW aus der Werkstatt seines Vaters dafür absichtlich auf die Gegenfahrbahn gesteuert. Er war in ein entgegenkommendes Fahrzeug gerast, in dem eine Mutter und ihre beiden Kinder (16 und 17 Jahre alt) saßen. Die Familie wurde bei dem Unfall getötet, alle verbrannten im zerstörten Auto. Auch im BMW von Marvin H. starben zwei Personen (21 und 22 Jahre alt).

„Dass es ein Autorennen war, ist nicht nachweisbar“, so Aachens Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts gegenüber der "Bild"-Zeitung. Wäre ein Rennen nachweisbar, so lautete die Anklage fünffacher Mord. Noch wartet die Staatsanwaltschaft auf das finale Rekonstruktions-Gutachten des Unfallhergangs.„Klar ist aber, dass der Fahrer mit seinen 20 Jahren vor eine Jugendkammer kommt“, sagte die Oberstaatsanwaltin. Eine Haftstrafe dürfte Marvin H. dort nicht zu befürchten haben - nicht einmal auf Bewährung. Sehr viel wahrscheinlicher sind Sozialstunden oder eine Geldbuße.

Ursprüngliche Meldung: Horror-Unfall mit fünf Toten - Fahrer wich Radaranlage aus

Gegen den Mann wird Polizeiangaben zufolge wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Der 20-Jährige war laut Polizei nach Mitternacht deutlich schneller als zulässig mit seinem Auto unterwegs und machte an einer Radaranlage einen Schlenker auf die Gegenspur, um den Kontakt für die Radaranlage in der Fahrbahn zu umfahren. Genau zu dem Zeitpunkt kam ihm ein Auto entgegen, in dem eine Frau und ihre 16 und 17 Jahre alten Kindern saßen.

Ob der 17-jährige Sohn im Rahmen des begleitenden Fahrens am Steuer war oder die 44 Jahre alte Mutter, konnte die Polizei nicht klären. Die Person am Steuer lenkte nach links, um dem entgegenkommenden Auto auszuweichen. In dem Moment zog aber auch der 20-Jährige auf die rechte Spur. Beide Fahrzeuge stießen nach Polizeiangaben frontal zusammen.

Das Auto der Familie ging nach Polizeiangaben in Flammen auf, die Frau und ihre Kinder verbrannten. In dem Fahrzeug des Unfallfahrers starb eine 21-jährige Frau, zwei Tage später ein 22 Jahre alter Mitfahrer. Der Fahrer selbst und eine 20 Jahre alte Mitfahrerin überlebten schwer verletzt.