Rot am See

Trauerfeier und Bestattungen nach Bluttat in Rot am See

Sechs Menschen sind tot, eine Kleinstadt ist geschockt. Eine Woche nach der Bluttat in Rot am See nehmen die Menschen Abschied von den Opfern.
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Schüsse in Rot am See
Nach Schüssen in Rot am See im Nordosten Baden-Württembergs haben Menschen Kerzen am Tatort aufgestellt. Foto: Tom Weller/dpa

Gut eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in Rot am See hat die Kleinstadt im Nordosten Baden-Württembergs der Opfer gedacht. Rund 1000 Menschen kamen nach Polizeiangaben zu einer Trauerfeier in der örtlichen Veranstaltungshalle.

Anschließend wurden in dem 5400-Einwohner-Ort vier der sechs Opfer - darunter der Vater und die Mutter des Tatverdächtigen - beerdigt. Der 26-Jährige soll am Freitag vergangener Woche mit einer Pistole insgesamt sechs Verwandte erschossen und zwei weitere mit Kugeln verletzt haben. Neben den Eltern des mutmaßlichen Schützen starben auch eine Tante, ein Onkel sowie zwei Stiefgeschwister. Der junge Mann hatte nach seiner mutmaßlichen Tat selbst die Polizei gerufen und war daraufhin festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Der Bürgermeister der Kleinstadt, Siegfried Gröner, sagte, er sei tieftraurig darüber, wie so viele Menschen auf so tragische und brutale Weise hätten getötet werden können. «Welche Sinnlosigkeit!», kommentierte er und fragte, wie dunkel es im Inneren eines jungen Menschen sein müsse, wenn dieser so hasserfüllt und kaltblütig sechs Menschen ermorde. «Von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung, einfach so.» Gröner betonte: «Wir alle fragen uns: Warum?».

Laut Polizei hat sich der 26-Jährige zu den Vorwürfen des sechsfachen Mordes und des zweifachen versuchten Mordes bereits geäußert. Unter anderem habe er erklärt, warum er die Waffe gezogen habe. Angaben zu seinen Schilderungen hat die Polizei aber bisher nicht gemacht - aufgrund der laufenden Ermittlungen, wie ein Sprecher sagte.

Zur Gedenkfeier war das «Forum» - eine Sport- und Veranstaltungshalle in Rot am See - bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Familie war in dem Ort sehr verwurzelt. Der getötete Vater des mutmaßlichen Schützen betrieb lange eine Kneipe, die Anlaufstelle vor allem für den örtlichen Sportverein war. Pfarrer Matthias Hammer sagte, die Menschen im Ort seien nach der Tat enger zusammengerückt. Bürgermeister Gröner betonte, es sei tröstlich, «dass es nach dieser schlimmen Tat sehr viele Menschen gab, die spontan geholfen haben».