Zwar waren auf allen elf Linien Bahnen unterwegs, aber in deutlich langsamerer Taktung. Zudem wurden nur zwei Drittel der Stationen angefahren. Ersatzweise fuhren zusätzlich Busse, viele Pendler wichen auf Vorortzüge aus.

Die Angestellten der London Underground streiken bereits zum zweiten Mal binnen drei Monaten für 48 Stunden, weil durch die Schließung von Fahrkartenschaltern 960 Stellen wegfallen sollen. Für den 6. Mai ist der nächste Ausstand geplant, er soll 72 Stunden lang dauern.

Die «Tube» genannte U-Bahn gilt als Haupttransportmittel für Pendler in der Stadt. Täglich benutzen bis zu vier Millionen Menschen das Netz. Auf besonders wichtigen Linien fahren zur Rushhour normalerweise alle zwei Minuten Bahnen. Auf Autos oder Fahrräder stieg aber nur ein kleiner Teil der Berufspendler um. Von den in London weit verbreiteten elektronischen Karten für die öffentlichen Verkehrsmittel waren trotz des Streiks 90 Prozent im Einsatz.

Nach Angaben der Betreiber beteiligten sich am Dienstag und Mittwoch weniger Angestellte an dem Streik als im Februar, weswegen die Ausfälle diesmal nicht so groß waren. Die Gewerkschaft bezeichnete die Unterstützung des Ausstands dagegen als «felsenfest» und beschuldigte die Nahverkehrsgesellschaft, die Folgen zu PR-Zwecken herunterzuspielen. Viele Bahnhöfe seien «gefährlich überfüllt».

Neben Berufspendlern mussten sich auch Touristen auf überfüllte Bahnen und Busse sowie auf Verzögerungen einstellen. Der Heathrow Express, der das Stadtzentrum mit Europas größtem Flughafen verbindet, wurde am Mittwoch ebenfalls erneut bestreikt. Obwohl nur ein Drittel der Angestellten im Einsatz seien, werde das übliche Tagespensum von etwa 17 000 Passagieren transportiert, teilte der Betreiber mit. Statt wie sonst alle 15 Minuten fahre nur alle halbe Stunde ein Expresszug.