Wie der ACE Auto Club Europa in Stuttgart mitteilte, sind inzwischen 53 der rund 200 meist befahrenen Passstraßen nicht befahrbar. Damit ist jede vierte Alpenquerung wegen Tiefschnees geschlossen. In der vergangenen Woche lag die Zahl noch bei 44 Pässen.

Auch wenn viele Straßen noch dicht sind, hat sich die Lage in einigen österreichischen Wintersportorten am Dienstag entspannt. Dort war seit dem Wochenende teilweise mehr als ein halber Meter Schnee gefallen. Die Lawinengefahr wurde in vielen Gebieten von der zweithöchsten Warnstufe vier auf drei herabgesetzt. Im Salzburger Land, Oberösterreich und der Steiermark herrschte allerdings noch verbreitet Gefahrenstufe vier. Auch viele Straßen und Zugstrecken im Westen Österreichs blieben wegen umgestürzter Bäume oder Lawinengefahr gesperrt. Die bekannten Skiorte Ischgl und Galtür in Tirol waren am Dienstag nach Berichten der Nachrichtenagentur APA wegen der Gefahr abrutschender Schneemassen weiterhin nicht erreichbar. Im kleinen Bundesland Vorarlberg ganz im Westen Österreichs sind inzwischen wieder alle Orte zugänglich. Experten des Lawinenwarndienstes warnten Skifahrer davor, die gesicherten Pisten zu verlassen. In sehr steilem Gelände könnten Lawinen bereits durch geringe Belastung ausgelöst werden.

Vorübergehend wegen Lawinengefahr unpassierbar sind in Österreich unter anderem der Arlberg, die Felbertauernstraße, der Flexenpass, der Gaichtpass und der Wintersportort Kühtai. Auch die Fahrt durch das Zillertal ist nicht mehr möglich. Gesperrt ist außerdem das Engadin-Hochtal im Schweizer Kanton Graubünden. Gleiches gilt für die in der Schweiz gelegene Furka Autoverladung und die Oberalp Autoverladung.

Nach Einschätzung des ACE könnte es zu weiteren Passsperrungen kommen. Autofahrer sollten sich auf weitere Behinderungen einstellen und nur mit Winterausrüstung beziehungsweise mit Schneeketten im Gepäck ins Hochgebirge reisen.

Für die kommenden Tage hat sich Sonne über den Alpen angekündigt. Ohne neue Schneefälle könnten dann zumindest die Straßen, die nicht von Lawinen bedroht sind, geräumt und wieder befahren werden.

In der Schweiz hat sich nach den Stürmen und Niederschlägen der vergangenen Tage die Sonne bereits weitgehend durchgesetzt. Hier verzeichneten die Messstationen allgemein sehr hohe Schneelagen für Januar. Einen Rekord meldete Klosters nahe Davos im Kanton Graubünden mit 170 Zentimetern Schneehöhe. Das ist der höchste Wert für Januar seit Beginn der Messungen.