Nach seiner Rückkehr zur Erde ist der Astronaut Matthias Maurer am frühen Samstagmorgen in Deutschland angekommen. Um 00.40 Uhr stieg er auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn aus einer Maschine der Luftwaffe.

«Ich bin sehr glücklich», sagte Maurer nach seiner Ankunft. Er sei zwar noch etwas wacklig auf den Beinen, fühle sich ansonsten aber pudelwohl. Der Saarländer hatte rund ein halbes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbracht. Am Freitagmorgen war eine Raumkapsel mit Maurer und drei US-Amerikanern vor der Küste Floridas gelandet. Bei seiner Ankunft in Köln wurde Maurer von dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) sowie Freunden und Angehörigen herzlich begrüßt.

Er freue sich nun auf mehr Freiheit beim eigenen Tagesablauf, sagte Maurer. Mit dem gesamten Verlauf der Mission sei er sehr zufrieden, gleichzeitig empfinde er große Demut. Er habe es genossen, von oben den Blick auf die Erde zu haben, sagte der 52-Jährige. Vermisst habe er manchmal «Annehmlichkeiten wie das Essen von einem Teller, wo nicht alles wegfliegt».

Medizinische Spezialbetreuung

Maurer wird in den kommenden zwei Wochen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln rund um die Uhr von einem spezialisierten Team betreut. Im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin soll er nach Angaben einer Sprecherin eine Reihe medizinischer Tests durchlaufen, bei denen die Themen Gleichgewicht, Fitness und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt stehen.

Maurer war am 11. November 2021 zur ISS gereist. Dort war er an zahlreichen Experimenten beteiligt und absolvierte einen Außeneinsatz. Der Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur Esa war der zwölfte Deutsche im Weltall.

Mit den russischen Kosmonauten habe er sich wunderbar verstanden, sagte Maurer. «Die russischen Kollegen sind meine Weltraum-Brüder, genauso wie meine Nasa-Kollegen.» Den während seiner Weltraummission ausgebrochenen russischen Krieg gegen die Ukraine empfinde er als sehr bedrückend.

Wegen des Kriegs gibt es erhebliche Spannungen zwischen Moskau und den westlichen Raumfahrtnationen. Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuletzt die Zukunft der Station nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen. Die Nasa strebt dagegen eine Laufzeit bis 2030 an.