Sie hätten aber keine Leiche der damals Achtjährigen gefunden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Aktion gründete sich auf Hinweise aus dem Umfeld eines Verdächtigen, der des Mordes an einem Fünfjährigen in Herford angeklagt ist. Der inzwischen 43-Jährige war nach seinem Geständnis im Fall Dano wieder ins Visier der Ermittler in Hannover geraten.

Nun habe er Mithäftlingen den Mord an Jenisa genau beschrieben und eine detaillierte Karte von dem Waldstück angefertigt, in dem er das Mädchen angeblich vergraben hat, berichtete die «Bild»-Zeitung. Demnach soll es auch ein schriftliches Geständnis geben.

«Wir gehen Hinweisen aus dem Umfeld der Häftlinge nach», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover. Mit Metallstangen, Spaten und Hunden durchsuchten Polizisten ein Waldstück an einer Landstraße bei Wunstorf. Ein kleines Teilstück müsse an einem anderen Tag noch durchsucht werden, weil die Hunde erschöpft gewesen seien.

Zunächst war nicht geplant, sich das mögliche Leichenversteck von dem Verdächtigten zeigen zu lassen. Dazu wäre dessen Mitwirkung erforderlich, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zum Stand der Ermittlungen wollte sie im Einzelnen nichts sagen. Nach Angaben der «Bild» hatten die Mithäftlinge das angebliche Geständnis an die Justiz weitergeleitet. Ob der 43-Jährige darüber auch selbst mit den Ermittlern gesprochen hat, ist nicht bekannt.

Der angeklagte 43-Jährige hatte Anfang April gestanden, den am 14. März verschwundenen Dano getötet zu haben. Schon 2007 hatte der Mann nach dem Verschwinden der achtjährigen Jenisa wochenlang in Untersuchungshaft gesessen, war aber schließlich mangels Beweisen freigelassen worden.

Jenisa war am 7. September 2007 verschwunden. Sie war auf dem Weg zu einer Tante, die aber nicht zuhause war. Im Fahrstuhl eines Hochhauses hatte eine Frau das Mädchen noch gesehen, dann verlor sich seine Spur. An einer Autobahn bei Wunstorf gefundene Kleidung deutete auf ein Verbrechen hin.

Der nun wegen Danos Tod angeklagte Mann aus dem Umfeld von Jenisas Familie hatte sich bei der Befragung in Widersprüche verstrickt. Er war wohl in der Nähe der abgelegten Kleidung gewesen. Zeugen hatten Jenisa in einem Wagen gesehen, der seinem Auto glich - doch nachgewiesen werden konnte ihm die Tat nicht.

Eine Anklage wegen Kindesentziehung gegen den Mann lehnte das Landgericht Hannover 2010 ab, der Verdächtige zog nach Nordrhein-Westfalen. Anfang April dieses Jahres wurde in Herford Danos Leiche gefunden. Der 43-Jährige war ein Nachbar und der Vater eines Spielkameraden des Fünfjährigen. Er gab an, den Jungen getötet zu haben, um zu vertuschen, dass er ihn zuvor geohrfeigt hatte.