«Das wird ein nichtöffentlicher Indizienprozess», sagte der Sprecher des Landgerichts, Tobias Kaehne. Unmittelbare Tatzeugen gebe es nicht. Eine Jugendkammer des Gerichts verhandelt hinter verschlossenen Türen, weil der Angeklagte minderjährig ist.

Hintergrund des Dramas sollen Familienstreitigkeiten gewesen sein. Ob der Verdächtige den Ermittlern etwas zu der Tat gesagt hat, blieb unklar. «Mir ist keine Äußerung bekannt», sagte der Gerichtssprecher. Der Schüler sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

Der 49-jährige Anwalt wurde am 12. August 2013 in seiner Kanzlei erschossen. Laut Anklage soll der damals 16-jährige Sohn mit einem Schlüssel dorthin gekommen sein und mit einer Pistole zehn Schüsse auf seinen Vater abgefeuert haben. Der Jurist starb im Krankenhaus. Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden, nur Patronenhülsen wurden sichergestellt.

Bei Minderjährigen steht nach Angaben des Gerichts der Jugendschutz an erster Stelle. Geurteilt wird nach dem milderen Jugendstrafrecht. Es sieht für Mord eine Höchststrafe von zehn Jahren vor. Gegen die Witwe und einen zweiten Sohn wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter ermittelt. Dabei gehe es um den Verdacht einer etwaigen Tatbeteiligung.

In Medienberichten hieß es nach dem Verbrechen, die Familie sei von Konflikten zerrissen gewesen. So soll der Mann von seiner Frau getrennt gelebt haben. Beide Söhne waren kurz nach der Tat festgenommen, dann aber zunächst wieder freigelassen worden. Für einen dringenden Tatverdacht hatten die Indizien laut Staatsanwaltschaft anfangs nicht ausgereicht.