Um 21.52 Uhr kommt der Mond in den Kernschatten. Erst dann kann die Finsternis beobachtet werden. Am schönsten zu sehen ist das Ereignis um 22.07 Uhr, wenn zum Maximum knapp zwei Prozent der Mondscheibe im Kernschatten der Erde liegen. Der nördliche Teil des Erdtrabanten erscheint dann stark verdunkelt.

Dieser Schatten werde aussehen wie eine «kleine, unscharfe Delle», sagte Jost Jahn, Sprecher des Vereins Vereinigung der Sternfreunde. Das Ereignis sei mit dem bloßen Auge erkennbar, aber nicht so bemerkenswert wie eine totale Mondfinsternis, die den Mond komplett in den Erdschatten tauchen und rötlich gefärbt erscheinen lässt.

«Südlich des Mains sind die Chancen für diese Mondfinsternis relativ gut», sagte Martin Jonas, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Auch im Erzgebirge, im Thüringer Wald und in anderen Hochlagen des Mittelgebirges könnten Hobby-Astronomen mit guten Sichtverhältnissen rechnen. Im Norden verdeckten dichtere Wolken dagegen den Blick auf das astronomische Ereignis am Himmel.

Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe, der Mond taucht aber nur teilweise in den Kernschatten der Erde ein. Bei einer totalen Mondfinsternis wird er dagegen vollständig verdeckt. Komplett finster wird er allerdings auch dann nicht: Langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Finsternis rotbraun. Mondfinsternisse gibt es zwar seltener als Sonnenfinsternisse. Sie lassen sich aber häufiger beobachten, weil sie über einer großen Region sichtbar sind. Sonnenfinsternisse sind von der Erde aus nur in einem eher schmalen Streifen zu beobachten.