Etwa 50 Einwohner würden vermisst, sagte am Sonntag ein örtlicher Priester, der mit einer Hilfsorganisation zusammenarbeitet. «Wir haben den Kontakt zu ihnen verloren», berichtete der Geistliche Benny Kaban. Diese Menschen hätten eigentlich am Abend in die Notunterkünfte in sicherer Entfernung des Berges zurückkehren sollen.

Der 2460 Meter hohe Sinabung im Norden Sumatras hatte am Samstag Geröll und Gaswolken in die Luft geschleudert. Ein glühender Strom aus Gas, Staub, Gestein und Lava sei mit Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern den Hang hinunter geschossen und habe eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, berichtete der Katastrophenschutz.

Nach der Eruption waren 14 Leichen gefunden worden, die meisten von ihnen in einem Dorf innerhalb der Sperrzone. Die Menschen hätten nicht dort sein dürfen, hieß es beim Katastrophenschutz. Der Sinabung war einige Tage relativ ruhig gewesen. Deshalb waren Anwohner, die in den vergangenen Wochen geflüchtet waren, auf ihre Felder zurückgekehrt. Dies wurde ihnen zum Verhängnis.

Einen Tag vor dem Ausbruch hatte der Katastrophenschutz wegen nachlassender Aktivität des Vulkans zudem die Rückkehr von Einwohnern aus 16 Dörfern erlaubt, die mehr als fünf Kilometer von dem Berg entfernt leben. Die Einheimischen bauen an den fruchtbaren Hängen des Vulkans seit Jahrhunderten Kaffee, Kakao und Orangen an.

Unter den Toten waren nach Medienberichten sieben Studenten einer christlichen Universität, die sich als Freiwillige um Vulkan- Flüchtlinge kümmerten. Stunden später starb ein 24-Jähriger, der mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus gebracht worden war, sagte Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Nugroho. Zwei Schwerverletzte würden noch behandelt. Zudem gebe es Berichte über weitere Leichen.

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono bekundete seine Trauer um die Toten und rief Einwohner und Helfer zugleich zur Vorsicht auf. «Bleiben sie der Gefahrenzone fern», bat er auf Twitter.

Der Sinabung hatte mehr als 400 Jahre geruht, bevor er im August 2010 wieder ausbrach. Seit September vergangenen Jahres sind rund 30 000 Menschen aus der Umgebung geflohen. Sie fanden Notunterkunft in Kirchen, Moscheen, Schulen und Regierungsgebäuden.

Indonesien liegt auf dem sogenannten Feuerring um den Pazifischen Ozean, der besonders anfällig für Erdbeben und Vulkanausbrüche ist. In dem 5000 Kilometer langen Inselstaat gibt es rund 500 Vulkane, fast 130 von ihnen sind aktiv.