«Es gibt immer noch viele Empfindlichkeiten. Das ist sozusagen die Spätfolge», sagt ihr Ombudsmann Jürgen Widera in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. So wurden etwa Planungen für den dritten Jahrestag des Unglücks am 24. Juli zum Balance-Akt.

«Es war natürlich unglaublich schwierig, in einer so heterogenen Gruppe da einen Weg zu finden, niemanden wieder zu verletzen», sagt Widera. Die Stadt Duisburg hatte den evangelischen Pfarrer im April als ehrenamtliche Vertrauensperson vorgestellt. Er vertritt die Interessen von Opfern und Angehörigen bei Konflikten, etwa mit Behörden und Versicherungen.

Widera unterstützt die infolge der Loveparade-Katastrophe traumatisierten Menschen dabei, zurück in Beruf und Alltag zu finden. «Sie fühlen sich im Behörden-Dschungel überfordert, alleingelassen», sagt Widera. Er hilft beispielsweise einer arbeitslosen Frau. Seit der Loveparade-Massenpanik empfinde sie Platzangst, sobald sie in eine U-Bahn oder in einen Bus einsteige. Sie könne deshalb keinen weit entfernten Arbeitsplatz annehmen.