Hamburg

Lange Haftstrafen für Schüsse auf Hamburger Rockerboss

Abgöttische Liebe und tiefer Hass treiben ein junges Paar zu einem Mordversuch. Er hat Konflikte schon oft mit Gewalt geregelt. Sie hat sich noch nie was zu Schulden kommen lassen, stellt das Gericht fest - bis zu dem Tag, an dem fünf Schüsse auf St. Pauli fallen.
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Prozess
Die 24 Jahre alte Mitangeklagte erhielt vom Landgericht Hamburg eine Strafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. Foto: Christian Charisius

Wegen der beinahe tödlichen Schüsse auf einen Rockerboss im Hamburger Stadtteil St. Pauli ist ein 28-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die 24 Jahre alte Mitangeklagte erhielt vom Landgericht Hamburg eine Strafe von zwölf Jahren und sechs Monaten.

Die Strafkammer zeigte sich davon überzeugt, dass der Angeklagte seine Freundin und einen unbekannten Schützen zu dem Mordversuch am 26. August 2018 anstifteten. Auf den Hells Angel wurden fünf Schüsse abgegeben, als er mit seinem Bentley vor einer Ampel am Millerntor hielt. Der 38-Jährige wurde lebensgefährlich an Kopf und Oberkörper verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Die 24-Jährige hatte vor Gericht eingeräumt, den Wagen gefahren zu haben, aus dem heraus der Schütze auf den Hells Angel feuerte. Sie habe aber nicht gewusst, was der Unbekannte vorgehabt habe, als er bei ihr eingestiegen sei. Der Schütze ist flüchtig.

Der Anschlag war nach Überzeugung der Strafkammer ein Racheakt. Gut zwei Jahre zuvor war das Paar Opfer eines ähnlich heimtückischen Überfalls im Stadtteil Schnelsen geworden. Dabei hatten die beiden Deutschen schwere Schussverletzungen erlitten.