Ein britisches Gericht hat eine hohe Luftverschmutzung als mitverantwortlich für den Tod eines kleinen Mädchens bestätigt.

Der Gerichtsmediziner Philip Barlow erklärte in seinem Urteil vor dem Southwark Coroner's Court in London, die neunjährige Ella Kissi-Debrah sei an Asthma gestorben und dazu habe «exzessive Luftverschmutzung» beigetragen, der das Mädchen jahrelang ausgesetzt gewesen sei.

Die Entscheidung gilt als wegweisend, weil zum ersten Mal in Großbritannien Luftverschmutzung als eine von mehreren Todesursache auf einem Totenschein stehen könnte. Der Southwark Coroner's Court entscheidet über Fälle aus einigen Bezirken Londons.

Die kleine Ella war 2013 an einem Asthma-Anfall gestorben. Sie hatte mit ihrer Familie nur wenige Meter von der South Circular Road gelebt, einer der besonders stark befahrenen Straßen der Metropole. In den drei Jahren vor ihrem Tod musste das Mädchen fast 30 mal mit Anfällen ins Krankenhaus gebracht werden.

An einer Messstation rund eine Meile (1,6 Kilometer) von Ellas Elternhaus entfernt waren Forschern zufolge in den Jahren vor ihrem Tod immer wieder Verschmutzungswerte gemessen worden, die die geltenden EU-Grenzwerte weit überstiegen. Ellas Mutter, Rosamund Kissi-Debrah, hatte lange für die Anerkennung der Verschmutzung als Grund für den Tod ihrer Tochter gekämpft. «Wir haben nun die Gerechtigkeit, die sie so verdient hat», sagte Kissi-Debrah am Mittwoch. Der Fall sei aber auch wichtig für viele andere Kinder, die noch immer in schlechter Luft herumliefen.

Hohe Luftverschmutzung ist seit langem ein großes Problem in der britischen Hauptstadt. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan begrüßte die Entscheidung als «bahnbrechend» und sagte, sie müsse zu einem «Wendepunkt» werden.

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