Dabei seien zwei Menschen verletzt worden, berichtete der Vertreter der spanischen Regierung in der nordafrikanischen Enklave Ceuta, Francisco Antonio González Pérez. Mehrere Passagiere hätten Nervenzusammenbrüche erlitten. An Bord der «Milenium II» befanden sich insgesamt 184 Menschen, davon 14 Besatzungsmitglieder.

Das sehr schnelle Fährschiff war am Freitagabend kurz nach sieben Uhr aus dem Hafen von Algeciras im Südspanien ausgelaufen und sollte etwa 35 Minuten später in dem Hafen von Ceuta an der Küste Nordafrikas anlegen. Kurz vor acht Uhr wurde die «Milenium II» jedoch aus noch unbekannter Ursache von dem unter der Flagge Maltas fahrenden Frachter «New Glory» gerammt.

Der Bug des Frachters bohrte sich dabei in den Rumpf des Passagierschiffs. Bergungsmannschaften gelang es erst nach sieben Stunden, die beiden Schiffe von einander zu trennen. Das Passagierschiff konnte dann in den frühen Morgenstunden trotz eines großen Lochs im Rumpf ohne Hilfe von Schleppern in den Hafen von Ceuta einlaufen.

«Der Zusammenstoß hätte schwerwiegendere Folgen haben können», erklärte der Regierungsvertreter, nachdem alle Passagiere der «Milenium II» im Hafen von Ceuta von Bord gegangen waren. González Pérez lobte das «vorbildliche Verhalten» der Passagiere bei dem Unglück. Ein junger Passagier sagte, anfangs habe man geglaubt, dass das Schiff von einem kleineren Boot gerammt worden sei. «Dann wurde uns bewusst, dass der Frachter dreimal größer als unser Schiff war.»