Rund um den Fundort war ein Sicherheitsbereich von bis zu 400 Metern abgesperrt worden. Fast 850 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Im Fernverkehr der Bahn kam es auf Strecken in Richtung Hamburg, Leipzig, Dresden und München wegen Umleitungen zu Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Es waren «einige tausende Reisende» betroffen, wie Bahnsprecher Achim Stauss sagte. Bis zu 50 Züge wurden umgeleitet. Mehrere Regionalexpresslinien fielen aus. Der Berliner Hauptbahnhof selbst war nicht gesperrt.

Für etwa eine halbe Stunde durften auf dem Flughafen Tegel sicherheitshalber keine Flugzeuge landen. Auch der Schiffsverkehr auf dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal wurde gestoppt. Am Nachmittag normalisierte sich der Verkehr zunehmend.

Mehr als 250 Polizisten brachten Anwohner umliegender Häuser in Sicherheit. Bis 13.00 Uhr mussten rund 40 Häuser evakuiert werden. Rund 150 Menschen fanden Unterschlupf in einer Notunterkunft in einer nahe gelegenen Schule.

Nachdem die Menschen in Sicherheit gebracht waren, drehte ein Experte den Zünder aus dem Gewinde des Blindgängers, wie Jürgen Thiele, Dezernatsleiter bei den Entschärfern im Landeskriminalamt, sagte. «Die Entschärfung ist so über die Bühne gegangen, wie wir uns das gedacht haben.» Die Entschärfung per Hand war möglich, weil das Gewinde der Kriegsmunition noch intakt war. Die Spezialisten brauchten genau 38 Minuten, um die Bombe zu entschärfen.

In Berlin und Umgebung werden immer wieder Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. In Berlin sind es im Schnitt zehn bis zwölf, sagte ein Experte des Munitionsbergungsdienstes. In jüngster Zeit hatte es bei Bombenentschärfungen in München und Viersen in Nordrhein-Westfalen Zwischenfälle gegeben und die Blindgänger waren explodiert.

Die jetzt gefundene Berliner Bombe hätte einen Krater von drei Metern Tiefe reißen können, sagte Dietmar Püpke vom Landeskriminalamt. Umliegende Fensterscheiben und Leitungen wären zerstört worden.