Deutlich gestiegen sei der Anteil teurer Räder. Im Schnitt war ein gestohlenes Rad gut 400 Euro wert.

Genau 89 282 Fälle - inklusive der 1510 versuchten Diebstähle - verbuchte die Polizei im vergangenen Jahr und damit 6,5 Prozent mehr als 2010, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf berichtete. Der Schaden lag bei fast 39 Millionen Euro.

Nur wenige Bestohlene sehen ihr Rad wieder: Die Aufklärungsquote lag 2011 bei knapp acht Prozent. Die Polizei ermittelte 6559 Tatverdächtige. Die erwischten Fahrraddiebe sind oft sehr jung: Jeder zweite ist unter 21 Jahre. Und 543 waren sogar unter 14 Jahren. «Der Großteil sind Einzeltäter», lautet die Einschätzung des LKA.

«Es gibt wenige Fälle, wo auch bei Händlern Fahrräder gestohlen wurden, da kann man vermuten, dass es Auftragstaten sind», sagte eine LKA-Sprecherin. Der Polizei gehen auch immer wieder Banden ins Netz. So entdeckten Fahnder etwa auf einem Lastwagen gleich 20 geklaute Räder, die ganz offensichtlich für Osteuropa bestimmt waren.

Der ADFC in Nordrhein-Westfalen beobachtet zudem einen immer breiteren Markt für gebrauchte Räder. Umso wichtiger sei das Codieren der Drahtesel und ein gutes Schloss, mahnen Ermittler und die Fachleute des Fahrrad-Clubs übereinstimmend.

Der letzte Höchststand bei Fahrraddiebstählen in NRW vor 2011 liegt fast 20 Jahre zurück: Im Jahr 1992 waren fast 135 000 Räder geklaut worden, seither sanken die Zahlen. 2010 verzeichnete die Polizei 83 833 Fälle einschließlich 1379 versuchter Diebstähle mit einem Schaden von fast 34 Millionen Euro.