Etwa 150 Rinder sind in einem Mastbetrieb in Bayern verendet - wahrscheinlich nach langen Qualen.

«Wir gehen davon aus, dass die Tiere über einen längeren Zeitraum nicht versorgt wurden», sagte Michael Petzold vom Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg. «Fakt ist, dass die Tiere extrem vernachlässigt waren.» Die Hintergründe sind noch unklar.

Die Polizei ermittelt gegen den Landwirt im Umland von Rothenburg ob der Tauber wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) reagierte entsetzt auf den Tod der Rinder. «Ich bin fassungslos, dass so etwas passieren kann», teilte sie mit. «Der Vorgang muss umfassend aufgeklärt und hier ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen werden.»

Die Polizei hatte am Pfingstsonntag einen anonymen Hinweis bekommen und den Hof kontrolliert. Im Stall bot sich den Beatmen ein erschreckender Anblick: Zwischen den vielen toten Rindern befanden sich auch noch etwa 50 lebende Rinder. Man versuche nun, diese wieder aufzupäppeln, sagte Petzold. Diese seien aber in einem desolaten Zustand. Es sei deshalb nicht ausgeschlossen, dass weitere sterben.

Wieso das Elend der Rinder erst jetzt bekannt wurde, war zunächst unklar. Der Mastbetrieb liegt in einer dünn besiedelten Region, die stark ländlich geprägt ist. Wieso und wie lange die Rinder schon vernachlässigt worden, wollen die Ermittler jetzt klären.

Dabei arbeiten sie auch mit der Staatsanwaltschaft, dem zuständigen Landratsamt in Ansbach und dem Veterinäramt zusammen. Nach Angaben des Landratsamtes waren am Dienstag noch Mitarbeiter vom Veterinäramt auf dem Hof.

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