Besonders trocken fiel das Frühjahr im Nordosten aus, wie es in der Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach vom Mittwoch heißt. Die Meteorologen sprechen von einem «Bilderbuchfrühling». Für sie beginnt der Frühling schon Anfang März und endet mit dem Mai - drei Wochen vor dem kalendarischen Sommerbeginn.

Die Temperaturen lagen im Frühjahr 2012 mit 9,8 Grad um 2,1 Grad über dem Durchschnitt. An vielen der 2000 Wetterstationen wurden im April Rekorde gemessen - bei Tiefst- wie Höchstwerten. Am 9. sank das Thermometer in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge bis auf minus 9,9 Grad, am 28. stieg es in Kitzingen am Main in Unterfranken und in Bad Mergentheim-Neunkirchen in Baden-Württemberg auf je 32,9 Grad. «Damit wurde der alte Rekordwert für den April, aufgestellt am 22. April 1968 in Zehdenick nördlich von Berlin mit 32,1 Grad, überboten.» Nur am 22. Mai stiegen die Temperaturen noch etwas höher: In Bernburg an der Saale wurden 33,2 Grad gemessen.

Nach dem extrem niederschlagsarmen Frühling 2011 war es in diesem Jahr erneut zu trocken: Mit 106 Litern pro Quadratmeter fielen nur 57 Prozent des Solls. Damit landete der Frühling 2012 auf dem sechsten Platz in der 1881 begonnenen Messreihe. Besonders in den neuen Bundesländern verschärfte sich die Trockenheit erheblich. In Anklam südöstlich von Greifswald - dem trockensten Ort im Frühling - fielen insgesamt nur 39 Liter pro Quadratmeter. Nassester Ort war Reit im Winkl mit 296 Litern - was aber auch nur 74 Prozent des Solls entsprach.

Mit einer Sonnenscheindauer von 545 Stunden übertraf der Frühling den Durchschnittswert von 459 Stunden um 19 Prozent. Besonders häufig schien die Sonne in Niederbayern und rund um die Insel Rügen, wo Arkona mit 686 Stunden an der Spitze lag. Am wenigsten zeigte sie sich im gesamten Nordwesten, vor allem in der Eifel und im Sauerland. Dort bildete Arnsberg-Neheim mit 440 Stunden das Schlusslicht.