Man prüfe ein halbes Dutzend Vorschläge, wie das riesige Schiff zu bergen sei, sagte der Sprecher der deutschen «Costa»-Reedereivertretung, Ralph Steffen. Je nach Anbieter könnten die Bergungsarbeiten zwischen zehn und zwölf Monate dauern.

Einen Tag nach dem Fund von fünf Leichen in dem Wrack begannen Taucher mit deren Bergung. Die leblosen Körper waren am Donnerstag in dem halbversunkenen Kreuzfahrtschiff entdeckt worden.

Bereits in der Nacht zum Samstag sollten die letzten Liter Treibstoff aus den 17 Tanks der «Costa Concordia» abgepumpt werden. In den Tanks waren nach früheren Angaben etwa 2400 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl. Mit dem Abpumpen war eine niederländische Spezialfirma wochenlang beschäftigt.

Nach Angaben von «Costa»-Sprecher Steffen wurde das Öl in den vergangenen Wochen zunächst erhitzt und danach abgepumpt. «Gleichzeitig wird Meerwasser in die Tanks geleitet», erklärte er. «Das soll gewährleisten, dass das Schiff seine stabile Lage beibehält.» Die Gefahr, dass auslaufendes Schweröl des gekenterten 290-Meter-Schiffes eine große Umweltkatastrophe auslöst, sei gebannt.

Die «Costa Concordia» hatte am 13. Januar vor der toskanischen Insel Giglio einen Felsen gerammt und war dann gekentert. Mehr als 4200 Menschen waren an Bord. Bei dem Unglück kamen 30 Menschen ums Leben, darunter 12 Deutsche. Zwei Menschen gelten noch als vermisst.