Viele Anwohner, die vor den Bränden geflüchtet waren, konnten inzwischen wieder in ihre Hause zurückkehren. Ein Buschbrand nahe dem Ort Carlsbad sei zu 85 Prozent eingedämmt, teilten die Behörden am Freitag mit.

Die Brände haben bisher ein Menschenleben gefordert. Feuerwehrleute entdeckten am Donnerstag (Ortszeit) eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche. Die Leiche sei an einer Stelle gefunden worden, wo zuvor Obdachlose campierten, berichtet die «Los Angeles Times». Derweil wurden in Escondido zwei Jugendliche unter dem Verdacht der Brandstiftung vorläufig festgenommen, berichtete der Sender CNN am Freitag. Die Ursachen für die vielen Buschfeuer in der Region werden weiter untersucht, hieß es.

Insgesamt waren am Donnerstag mehr als 40 Quadratkilometer Land zerstört worden, vergleichbar mit der Fläche der Nordseeinsel Pellworm. In San Marcos und Carlsbad, nördlich der Metropole San Diego, wurden mehr als 25 Gebäude beschädigt oder zerstört, darunter ein Mietshaus mit 18 Wohnungen.

Der Kalifornier James Harkins, der am Freitag in sein Haus bei San Marcos zurückkehrte, verglich die schwer betroffene Nachbarschaft mit einer «Mondlandschaft». «Nur weiße Asche und weiße Asche», sagte er der «Los Angeles Times»

Ungewöhnlich starke Winde hatten die Flammen in Sekundenschnelle verbreitet. CNN sprach in Anlehnung an Tornados von sogenannten «Feuernados». Die Brände reichten mancherorts sehr nah an Wohnsiedlungen heran, schwarze Rauchwolken erschwerten die Löscharbeiten. Tausende Menschen mussten rasch ihre Häuser verlassen, viele konnten auf die Schnelle nur das Nötigste mitnehmen. Auch Teile des Militärstützpunkts Camp Pendleton wurden zeitweise evakuiert.

Der kalifornische Gouverneur hatte für den Bezirk San Diego den Notstand ausgerufen, um auf diese Weise rasch Einsatzteams zu mobilisieren und Geld für die Brandbekämpfung zu erhalten. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad und extremer Trockenheit wurde die Brandgefahr in dem Bundesstaat als ungewöhnlich hoch eingestuft. Allerdings sollten schwächere Winde und etwas kühlere Temperaturen am Wochenende für Entspannung sorgen.

Gewöhnlich setzen schwere Wald- und Buschbrände im Westen der USA erst nach den trockenen Sommermonaten ein. In diesem Winter war jedoch kaum Regen und Schnee gefallen.