Der Mordfall von Rövershagen (Landkreis Rostock), bei dem drei Menschen getötet wurden, schockiert die Einwohner des Ortes östlich von Rostock an der Bundesstraße 105. «Alle sind hier entsetzt», sagte Bürgermeisterin Verena Schöne am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Ein 26-jähriger Mann aus dem Ort soll seinen 52-jährigen Vater, die 48-jährige Mutter und die 25-jährige Schwester umgebracht und die Leichen etwa zwölf Kilometer entfernt in einem Feld vergraben haben. Der Mann ist laut Staatsanwaltschaft geständig, er sitzt in Untersuchungshaft.

Die betroffene Familie habe noch nicht sehr lange und zudem sehr zurückgezogen in dem Ort gelebt, sagte Schöne. Im Ort sei nur die Mutter etwas bekannter gewesen, denn sie habe als Reinigungskraft in einer Sporthalle gearbeitet. Die Tochter soll an einem anderen Ort gewohnt haben, aber des Öfteren bei den Eltern gewesen sein.

Die Gemeindevertreter wollen an diesem Montag bei einer geplanten Ausschusssitzung beraten, was man nun tun könne. Rövershagen liegt im Speckgürtel von Rostock, ist seit 1990 stark gewachsen. Lebten 1990 hier rund 1500 Einwohner, so sind es nun rund 2600 Menschen. In einem der Baugebiete aus den 1990er Jahren steht das Haus der Familie, in dem Polizisten am Donnerstag Spuren gesichert haben. Laut Gemeindeverwaltung sollen die getöteten Eltern es erst vor wenigen Jahren von Vorbesitzern erworben haben.

Der Mord soll sich bereits vor etwa acht Wochen ereignet haben. Die Schwester des Vaters und Tante des Tatverdächtigen hatte eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Bei Fragen von Nachbarn soll der 26-Jährige erklärt haben, dass Eltern und Schwester im Urlaub seien.