Vier Jahrzehnte lang hatte sich ein Friseur aus Bremen kaum um seinen Sohn geschert. Er hatte nach der Scheidung den Kontakt abgebrochen, ab und zu noch eine Postkarte geschrieben und ihn später so gut wie enterbt. Jetzt soll der erwachsene Sohn für die Kosten des Pflegeheims aufkommen, das sich der vor zwei Jahren gestorbene Vater nicht mehr leisten konnte. Ist das gerecht?

Vot dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe geht es um rund 9000 Euro, die die Stadt Bremen von dem Sohn zurückhaben will - einem Beamten, der selbst schon im Pensionsalter ist (AZ: XII ZB 607/12).

Das Amtsgericht Delmenhorst sah es als rechtens an, dass die Stadt bei dem Sohn die Kosten eintreiben will. Der wiederum bekam vom Oberlandesgericht Recht, worauf die Stadt Bremen die höchsten Zivilrichter anrief. Wann das Urteil fällt, ist noch unklar.