Wie der Sender NDR Info am Samstag berichtete, hat eine Studie aus Nordrhein-Westfalen in mehreren Fällen Antibiotika im Trinkwasser der Tiere nachgewiesen, obwohl die tierärztliche verordnete Gabe des Medikaments längst vorbei war.

Ein Sprecher des Umweltministeriums in Düsseldorf sagte, im vergangenen Herbst habe es Hinweise gegeben, dass Hühner auch in verschreibungsfreien Zeiten Antibiotika bekommen. Daraufhin sei dazu eine Untersuchung in Gang gesetzt worden. Das Antibiotika könne auf Rückstände in den Anlagen beruhen oder aber durch illegale Verabreichung ohne tierärztliche Verschreibung, erläuterte der Sprecher. Deshalb seien jetzt Proben von Trinkwasser in Ställen untersucht worden. Zu Einzelheiten äußerte sich der Sprecher nicht, da die Ergebnisse derzeit noch bewertet würden. Sie würden aber «zeitnah» veröffentlicht.

Antibiotika wirken wachstumsfördernd, dürfen aber nur zur Bekämpfung von Krankheiten angewendet werden. Im Oktober hatte eine Untersuchung in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt, dass 90 Prozent der Masthühner mindestens einmal, vielfach sogar häufiger mit Antibiotika in Berührung kommen.

Laut NDR hat das NRW-Umweltschutzamt in 36 Betrieben Trinkwasserproben entnommen. In 22 Fällen habe es Auffälligkeiten gegeben. So seien antibiotische Wirkstoffe festgestellt worden, obwohl der letzte dokumentierte Einsatz - die Antibiotika-Gabe muss protokolliert werden - 35 Tage zurück lag.