Nach ersten Ermittlungen erstickte das Baby. Die Mutter wird des Totschlags verdächtigt. Gegen die Frau ist ein Haftbefehl beantragt. Die Frau aus Hohen Neuendorf war nach Angaben der Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Neuruppin, Lolita Lodenkämper, bislang völlig unbescholten. Die Mutter von zwei Kindern im Alter von fünf und neun Jahren kam am vergangenen Freitag mit starken Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus. Bei der Untersuchung stellten die Ärzte fest, dass sie kurz zuvor entbunden haben musste. Die Frau wird immer noch im Krankenhaus medizinisch betreut.

Die 28-Jährige sagte zunächst, sie habe von einer Schwangerschaft nichts bemerkt. In Zusammenhang mit Ermittlungen der Mordkommission gab sie dann aber eine Geburt vor wenigen Tagen zu. Sie gestand auch ein, dass sie ihr Kind in einer Plastiktüte auf dem Grundstück abgelegt hatte. Dann entdeckten die Ermittler den kleinen Leichnam. Nach ersten Untersuchungen war das Mädchen normal entwickelt und lebensfähig. Zu Details des Fundes und wo sich die Tüte genau befand, wollte Lodenkämper aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

Die des Totschlags verdächtigte Frau wohnt in einer Einliegerwohnung des elterlichen Hauses. Ob sie verheiratet ist, einen Partner hat oder allein lebt, wollte Lodenkämper nicht sagen.

Zuletzt hatte der Fund eines toten Babys einen Tag vor Heiligabend die Menschen in Brandenburg erschüttert. Von der Mutter fehlt bis heute jede Spur. Vor einem Jahr hatten Polizisten Überreste eines toten Babys im Garten der Eltern im brandenburgischen Jüterbog gefunden. Die Mutter und ihr Ex-Partner sollen das Baby nach der Geburt 2009 vergraben haben. Sie wurden erst vor kurzem zu lebenslanger Haft verurteilt, fechten das Urteil aber an.