Die Landschildkröten-Auffangstation in Kitzingen rechnet in den kommenden Wochen mit einer vermehrten Abgabe von Schildkröten.

«Viele Besitzer geben ihre Schildkröten ab, da sie eine artgerechte Unterbringung im Herbst nicht gewährleisten können», sagte Sandra Malguth, Vorsitzende und Gründerin der Landschildkröten-Auffangstation Kitzingen. Der Verein versorgt ausgesetzte, abgegebene oder beschlagnahmte Schildkröten - gibt ihnen ein Zuhause und vermittelt sie an neue Besitzer. Und das seit zehn Jahren.

Von November bis März in Winterstarre

Etwa 120 Landschildkröten leben laut Angaben der Auffangstation in den Gehegen - von «Schlüpflingen» bis Greisen wie Breitrandschildkröte Jannis mit seinen 80 Jahren. Die Schildkröten tummeln sich zwischen Steinen, Pflanzen und Wurzeln in Frühbeeten oder Gewächshäusern. Ab Mitte November fallen viele Landschildkröten-Arten bis etwa Mitte März in Winterstarre.

Das sei der Grund, warum im Herbst Besitzer anriefen, die ihre Schildkröte abgeben wollten - oft dauerhaft. «Leider können wir nicht alle aufnehmen, da wir selber darauf achten müssen, dass unsere Schildkröten ausreichend Platz haben», sagte Malguth. Die Auffangstation bietet dann Informationsstunden an, um Besitzer bei Möglichkeiten zu beraten, die Tiere artgerecht zu halten.

Landschildkröten können über 100 Jahre alt werden

Manche der Schildkröten landen aber auch in der Auffangstation, da sie ihren Halter überlebt haben. «Die Tiere werden uralt - Landschildkröten können über 100 Jahre alt werden», sagte Malguth. Andere geben die Tiere ab, wenn die Kinder aus dem Haus sind. «Wir erhalten auch «Scheidungsschildkröten», wenn Partner sich trennen und die Schildkröte «im Weg ist».» Zudem treffen häufig Fundtiere ein, die womöglich ausgebüxt sind. Denn Landschildkröten sind laut Malguth «wahre Kletterkünstler».

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