In Warschau erschlug ein herabstürzender Ast eine Frau, ein Mann ertrank in der südwestpolnischen Stadt Debica, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete. Seine Leiche wurde bis zum frühen Nachmittag nicht gefunden.

Besondes stark ist der Süden des Landes vom Hochwasser betroffen. Nach Einschätzung der Meteorologen könnte die Weichsel am Samstag auch in Krakau, der größten Stadt der Region, über die Ufer treten. In Südostpolen entspannte sich die Hochwasserlage am Freitag dagegen leicht.

Umstürzende Bäume und Hochwasser blockierten zahlreiche Straßen und beschädigten Stromleitungen - mehr als 60 000 Haushalte waren ohne Strom. Die Feuerwehr musste zu mehr als 2000 Einsätzen ausrücken. In mehreren Orten wurden Gebäude evakuiert, unter anderem ein Altenheim. Ministerpräsident Donald Tusk zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass das «schwarze Szenario» einer Hochwasserkatastrophe wie zuletzt im Jahr 2010 dennoch vermieden werden könne.

Angesichts der schweren Regenfälle wurden mehrere Wanderwege im Nationalpark Hohe Tatra für Touristen geschlossen. Die Nationalparkleitung warnte auch vor Lawinengefahr in den Bergen. In Höhen über 1400 Metern herrschten winterliche Verhältnisse mit Neuschnee.